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Wirtschaft Sixt provoziert mit Werbung: Wie lustig sind tote Radfahrer?
Nachrichten Wirtschaft Sixt provoziert mit Werbung: Wie lustig sind tote Radfahrer?
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10:46 19.10.2018
Ein zerstörtes Fahrrad liegt nach einem Unfall auf einer Straße in Berlin. Quelle: Daniel Naupold/dpa
Hannover

Provokationen gehören für Sixt zum Geschäft. Immer wieder erregt der Autovermieter Aufsehen mit seinen Werbemotiven. Sei es Kanzlerin Merkel mit Fönfrisur, eine Umzugsempfehlung für Leute, die „einen Gauland“ in der Nachbarschaft haben oder der Dank an streikende Lokführer – Sixt fällt auf.

Mit einem aktuellen Tweet bringt Sixt eine Menge Radfahrer gegen sich auf. Mit einem zwinkernden Smiley eingeleitet, zeigt das Bild eine Strichliste, die sich so interpretieren lässt: Sieben Mal rote Ampeln ignoriert, sechs Mal Katzen überrollt und acht Mal Fahrradfahrer umgefahren. Der Vorschlag von Sixt: Rabiate Autofahrer könnten das Motiv als Aufkleber nutzen.

Aufgebrachte Twitter-Nutzer haben empört darauf reagiert. „Eine ziemlich dumme Verherrlichung von Aggressivität im Straßenverkehr“, nennt einer das Motiv. „Wie mies ist das denn?“, fragt ein anderer. Sixt hat darauf bisher nicht reagiert, auch nicht auf den Vorschlag, für jeden kritischen Post einen bestimmten Betrag an Fahrrad-Organisationen zu spenden.

Dem Geschäft hat die aggressive Werbestrategie bisher offenbar nicht geschadet. Für dieses Jahr rechnet Sixt mit deutlich mehr Umsatz und Gewinn. Im Vorjahr hatte Sixt vor Steuern 287 Millionen Euro Gewinn gemacht. Der operative Konzernumsatz aus der Vermietung und dem Leasing dürfte ausgehend von 2,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr nun „stark“ steigen statt nur „deutlich“, hieß vor kurzem.

Von pach/dpa/RND

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