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15:00 13.08.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Voll im Trend: Die Zahl von Solarparks (hier in Felde an der A210 auf Höhe Jägerslust) schießt in die Höhe. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Laut Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) produzierten in Schleswig-Holstein Ende 2018 rund 45000 Photovoltaikanlagen Strom aus Sonnenenergie – gut 1800 mehr als im Jahr zuvor. Einen Aufschwung gibt es nicht nur bei kleineren Anlagen auf Hausdächern, auch die Zahl von Solarparks schießt in die Höhe.

Insgesamt waren in Schleswig-Holstein Ende vergangenen Jahres 135 Freiflächenanlagen mit mehr als einem Megawatt Leistung am Netz – neun mehr als Ende 2017. Besonders viele Anlagen entstehen im Kreis Rendsburg-Eckernförde – unter anderem in Emkendorf, Felde und Krogaspe. Auch in Mühbrook bei Bordesholm ist ein zwölf Hektar großes Feld mit rund 35000 Modulen geplant. Aufgrund der Genehmigungsregeln sind bei Investoren vor allem Standorte entlang von Autobahnen und Bahndämmen beliebt.

Solarpark-Boom: Besonders viele Anlagen entstehen im Kreis Rendsburg-Eckernförde

Im Energie-Mix des Landes spielt Sonnenenergie verglichen mit Wind und Biomasse noch eine bescheidene Rolle: Photovoltaik liefert etwa fünf Prozent der erneuerbar erzeugten Energie. Insgesamt kommen die Anlagen im Land auf eine Leistung von 1,6 Gigawatt. Zum Vergleich: Windkraftanlagen an Land und auf See bringen es auf rund 8,5 Gigawatt Leistung.

Lesen Sie auch einen Kommentar von Ulrich Metschies zum Solarpark-Boom

Bis 2025 jedoch soll die Solarleistung auf 2,9 Gigawatt steigen: „Photovoltaik ist eine wichtige Säule der Energiewende“, sagt Energieminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Die Anlagen seien ausgereift und „deutlich effizienter geworden“. Dadurch würden sie immer häufiger auch ohne Fördermittel aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) eingesetzt. Gleichzeitig gebe es im öffentlichen Bereich noch „deutliche Ausbaupotenziale“. Daher werde sich Schleswig-Holstein bei der anstehenden EEG-Novelle dafür einsetzen, den Ausbaudeckel von 52 Gigawatt für Gebäudeanlagen zu streichen.

Photovoltaik-Module sind extrem günstig

Ein Grund für den Solarboom: Die Kosten für die Photovoltaik-Module sind innerhalb weniger Jahr um 80 Prozent gesunken. Anbieter aus China haben den Markt mit Massenfertigung erobert, während bei den großen deutschen Herstellern – wie zuletzt Solarworld – die Lichter ausgingen.

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Obwohl sich angesichts der Größe von Solarparks in einigen Kommunen Widerstände regen, sehen Branche und Betreiber keine Akzeptanzprobleme: „Solaranlagen sind im Gegensatz zu Windrädern flach und lassen sich gut in die Landschaft integrieren“, sagt Gerrit Müller Rüster, Photovoltaik-Experte und Unternehmensberater aus Kiel. Hinzu komme, dass sich die Solarparks gerade für Landwirte auch finanziell lohnten.

Von Ulrich Metschies und Christin Jahns

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