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08:50 11.12.2018
Von Frank Behling
Die "Pioneering Spirit" hat Kurs auf die Ostsee genommen. Das größte Schiff der Welt soll das zentrale Stück der Gaspipeline "Nord Stream 2" von Deutschland nach Russland verlegen. Am Wochenende soll der Gigant vor Rügen eintreffen. Quelle: Frank Behling
Kiel

Bis zum Wochenende soll das gigantische Schiff vorbei an Fehmarn in die zentrale Ostsee fahren und Kurs auf die Kadetrinne nehmen. Das 382 Meter lange und 123 Meter breite Spezialschiff wird danach den Bau der umstrittenen Ostseepipeline „Nord Stream 2“ starten.  

Die 2010 bis 2014 bei der Daewoo Werft im südkoreanischen Okpo gebaute „Pioneering Spirit“ kommt aus Rotterdam und ist für das Verlegen großer Pipeline-Systeme ausgelegt. Zuletzt war sie dafür im Schwarzen Meer im Einsatz.

Bis zum Wochenende soll Fehmarn passiert werden

Mit einer Vermessung von 403.342 BRZ gilt die „Pioneering Spirit“ als das größte selbstfahrende Schiff der Welt. Angetrieben wird die in Malta registrierte "Pioneering Spirit" von acht deutschen MAN-Motoren mit zusammen rund 128.000 PS (94.460 Kilowatt).

Für die Passage des Großen Belts und der dänischen Gewässer wurde Vorbereitungen getroffen. Die Höhe der „Pioneering Spirit“ wurde auf die Beltbrücke abgestimmt, und der Tiefgang wurde auf die Passage der Gewässer vor Fehmarn und der Kadetrinne verringert. Bei voller Ausrüstung hat der Gigant einen Tiefgang von bis zu 27 Metern. Aktuell ist der Tiefgang aber auf 12,8 Meter reduziert worden.

Betreiber des Schiffes ist der Schweizer Offshore-Konzern Allseas. Im Zuge des internationalen Ausschreibungsverfahrens hat die für den Bau der Pipeline gegründete Nord Stream 2 AG am 6. April 2017 Allseas mit der Verlegung der Hauptstränge der Pipeline durch die Ostsee beauftragt.

Drei Rohrverlegeschiffe kommen zum Einsatz

Allseas wird nach eigenen Angaben die Verlegearbeiten für beide Leitungsstränge bis Ende 2019 absolvieren und dabei insgesamt drei Rohrverlegeschiffe zum Einsatz bringen. Neben der gigantischen „Pioneering Spirit“ sind auch die etwas kleineren Rohrleger „Solitaire“ und „Audacia“ im Einsatz.

Die 299 Meter lange und 94.855 BRZ große „Solitaire“ verlegt bereits im Golf von Finnland den Rohrstrand. Die 225 Meter lange und 56.173 BRZ große „Audacia“ ist seit Oktober vor Rügen mit dem Bau der 38 Kilometer langen Anschlusspipeline nach Deutschland beschäftigt.

Die drei großen Spezialschiffe werden für die Arbeiten an der „Nord Stream 2“ durchgängig auf See sein und durch eine ganze Flotte an Versorgungsschiffen mit Rohrelementen, Ausrüstungsmaterial und Treibstoff versorgt. Die Verlegung der Rohre erfolgt mit gewaltigen Maschinen.

Die "Pioneering Spirit" ist mit 403342 BRZ das größte selbstfahrende Schiff der Welt. Es wurde 2014 in Dienst gestellt.
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