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Wirtschaft U-Boot für Ägypten in Kiel getauft
Nachrichten Wirtschaft U-Boot für Ägypten in Kiel getauft
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15:13 03.05.2019
Von Frank Behling
Foto: U-Boot „S 43“ wurde für Ägypten in Kiel bei der Werft TKMS getauft und zu Wasser gelassen.
U-Boot „S 43“ wurde für Ägypten in Kiel bei der Werft TKMS getauft und zu Wasser gelassen. Quelle: Frank Behling
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Kiel

Schiffstaufen sind immer emotional. Das gilt auch in Ägypten, dem Land mit der größten Armee auf dem afrikanischen Kontinent. Traditionell werden U-Boote von ägyptens Marine mit Wasser aus dem Nil getauft. Da machte auch "S 43" am Freitag in Kiel keine Ausnahme. Den Taufakt auf dem U-Bootlift der Werft TKMS vollzog Vizeadmiral Ahmed Khaled, der Befehlshaber der ägyptischen Marine.

Ägypten ist wichtiger Partner Deutschlands

Die U-Boote gehören zum Typ 209/1400, dem erfolgreichsten Export-Produkt der Kieler Werft TKMS. Der Export der Boote wurde zuvor durch den Bundessicherheitsrat genehmigt. "Ägypten ist eine maritime Nation mit wichtigen maritimen Seewegen. Ein Land wie Deutschland ist als Exportnation auf diese sicheren Seewege angewiesen", sagte Thomas Silberhorn, Staatssekretär im Verteidigungsministerium bei der Taufe.

"Die Mission der ägyptischen Marine ist es, eine Vorhut bei der Überwachung des Mittelmeers und dem Schutz vor illegalen Aktivitäten zu bilden. Eine moderne und gut ausgerüstete Marine ist dafür die Grundvoraussetzung", sagte Silberhorn. Ägypten sei dabei ein treuer und langjähriger Partner für Deutschland in der Region.

Admiral Khaled: U-Boot ist Brücke zwischen Deutschland und Ägypten

Admiral Khaled unterstrich in seinem Grußwort die Rolle der deutschen Unternehmen bei der aktuellen Entwicklung Ägyptens. Der Bau von U-Booten sei da nur ein Symbol. "Wir sind heute nicht nur hier, um Verteidigungsgerät zu kaufen. Es ist auch der Ausbau der Brücke zwischen unseren beiden Ländern. Deutschland ist einer der wichtigsten Partner Ägyptens", sagt Khaled.

Deutsche Firmen haben derzeit Aufträge im Wert von rund sieben Milliarden Euro aus Ägypten in den Auftragsbüchern. Im vergangenen Jahr seien Waren im Wert von 2,5 Milliarden Euro von deutschen Unternehmen nach Ägypten exportiert worden, so Admiral Khaled. Dazu gehören Kraftwerke von Siemens, Tunnel-Bauten und eben auch U-Boote von TKMS aus Kiel. "Und über eine Million deutsche Urlauber sind bei uns", sagte Khaled.

U-Boote aus Kiel lösen alte Boote aus China und Russland ab

In der äygptischen Marine lösen "S43" und die drei anderen in Kiel gebauten U-Boote alte Vorgänger der "Romeo"-Klasse aus russischer und chinesischer Produktion ab. „Dieser Aufträge sind wichtige Schlüsselfaktoren auf unserem erfolgreich eingeschlagenen Weg hin zu Europas modernstem Marineunternehmen", sagte TKMS-Vorstand Rolf Wirtz.

Die Kieler Werft durchläuft gerade ein Modernisierungsprogramm. Die Auftragsbücher sind voll. "Wir suchen Mitarbeiter. Techniker, Rohrschlosser oder Ingenieure sind bei uns willkommen", sagt Wirtz.

Bei TKMS in Kiel wurde das U-Boot "S 43" für Ägypten getauft