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Wirtschaft Auch die Verpächter bangen um Senvion
Nachrichten Wirtschaft Auch die Verpächter bangen um Senvion
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21:05 29.08.2019
Von Anne Holbach
Der Senvion-Standort in Osterrönfeld: Wie soll es nun weitergehen? Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Osterrönfeld

 „Ich bin erleichtert, dass jedenfalls für die Arbeitsplätze in Büdelsdorf eine Perspektive besteht“, sagt Rolf-Oliver Schwemer, Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Mit Sorge blickt er dagegen auf Osterrönfeld, wo die Entwicklungsabteilung sitzt. „Hier zeichnet sich ab, dass mit erheblichen Einschnitten zu rechnen ist. Das ist eine traurige Entwicklung, vor allem für die betroffenen Mitarbeiter und ihre Familien“, so Schwemer. Die Gewerkschaft IG Metall rechnet damit, dass Hunderte von den knapp 800 Jobs im Land abgebaut werden.

Bestürzung bei Senvion in Bremerhaven

Besonders hart wird das Werk in Bremerhaven getroffen, das den Betrieb einstellen soll. „Für den Turbinenbereich sind trotz intensiver Suche keine Angebote für den gesamten Bereich eingegangen“, teilte Senvion mit. Die Bremer Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) reagierte bestürzt: „Es ist sehr schade, dass für den Betrieb in Bremerhaven keine andere Lösung gefunden werden konnte.“ Ziel sei es nun, für die Beschäftigten eine vernünftige Perspektive zu schaffen.

Mehr zum Thema Senvion finden Sie hier.

Techcenter will Wertschöpfung erhalten

Auch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Rendsburg-Eckernförde will versuchen, möglichst viele Fachkräfte im Kreis zu halten. „Dazu stehen wir in enger Abstimmung mit den Akteuren und bieten unsere Unterstützung an“, so Geschäftsführer Kai Lass. Ein Aus für das Techcenter in Osterrönfeld wäre ein herber Schlag für den Wirtschaftsstandort. Senvion hatte das Grundstück von der Rendsburg Port Authority gepachtet – einer Gesellschaft von Rendsburg, Osterrönfeld und der WFG. „Als Verpächter haben wir großes Interesse, dass die Wertschöpfung hier erhalten bleibt“, so Lass.

Früher ein Vorzeigestandort der Windenergie

Erst 2010 hatte der Windanlagenbauer (damals Repower) das Entwicklungszentrum bezogen. Das Gewerbegebiet sei ein Vorzeigestandort der Windenergie gewesen. „So sehr wir über viele Jahre von dem Aufschwung profitiert hatten, so sehr bekommen wir nun den Rückgang der Windanlagenproduktion in Deutschland zu spüren“, sagte Schwemer. Er sei aber von den Vorzügen des Gewerbegebietes überzeugt und zuversichtlich, dass es gelinge, den Standort weiter zu vermarkten.

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