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21:59 24.01.2017
Von Fatima Krumm
Keine Zukunftsmusik mehr: Ab Ende 2018 sollen Lkw auf der A 1 zwischen Reinfeld und Lübeck an Oberleitungen durch den Norden rollen. Experten versprechen sich dadurch einen besseren Klimaschutz. Quelle: Bernd Settnik/dpa
Kiel

Umweltminister Robert Habeck (Grüne) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) sind sich bei dem Projekt ungewohnt einig. „Wir haben uns intensiv für das Projekt eingesetzt. Der E-Highway bietet die Chance, einer Mobilität ohne schmutzige Kraftstoffe den Weg zu ebnen“, sagt Habeck. „Damit kann auch der Schwerlastverkehr seine Rolle bei Energiewende und Klimaschutz übernehmen.“ Meyer betont, dass das Projekt die Verbindung von Mobilität und Energiewende markiere. „Das heißt, dass wir in Zukunft an der A1 zwischen Lübeck und Reinfeld ganz konkret die Verbindung von Güterverkehr und Strom aus regenerativen Energien erproben können.“ Auf einer sechs Kilometer langen Strecke sollen beidseitig jeweils neben der rechten Spur Oberleitungen gebaut werden.

Chancen im Wettbewerb

Von Reinfeld bis Lübeck wird die Reinfelder Spedition Bode dann den Güterverkehr via Oberleitungen testen. „Wir bringen die Kühlware unseres Großkunden zum Lübecker Hafen“, erklärt Kai Bode. „Wir müssen uns mit alternativen Antrieben auseinandersetzen.“ Schon lange transportiert er die Waren mit dem Elektrozug weiter nach Stockholm.

Auch Thomas Rackow, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Logistik Schleswig-Holstein, ist für neue Antriebsverfahren offen. „Der Güterverkehr wird bis 2050 um mindestens 25 Prozent steigen“, sagt Rackow, „wir müssen alles probieren, um den Verkehr zu optimieren.“ Den Anstieg erklärt Rackow damit, dass vermehrt Dienstleistungen ausgelagert und die Lieferzeiten verkürzt würden. „Die Lager werden regionalisiert, damit die Ware schneller beim Kunden ist. Dadurch wird der Verkehr immer dichter“, sagt Rackow.

Um die strombetriebenen Lkw auf die Straßen zu bringen, muss erst einmal die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. „Da müssen wir investieren“, sagt Rackow. Zudem sieht er in der neuen Technologie eine Möglichkeit, sich im Wettbewerb wieder hervorzuheben. „Bei den osteuropäischen Fahrern, die für einen Stundenlohn von teilweise 1,19 Euro fahren, können wir nicht mithalten.“

Zweifel in Deutschland

Allerdings hat Rackow Zweifel, ob und wann die Oberleitungen auf Deutschland ausgeweitet werden. „Die Genehmigungsverfahren hier sind einfach nicht mehr zeitgemäß.“ In Deutschland brauche eine Baustelle acht Jahre, um geplant zu werden. Der Bau dauere weitere vier Jahre. Ein weiteres Hindernis sieht er in den Umweltschutzvorschriften. Ob Adlerhorst, Haselmaus, Fledermäuse oder Schlammpeitzger – irgendein Tier blockiere immer den Bau und das Projekt verschiebe sich gleich um Jahre. „In Deutschland werden mittlerweile Widersprüche um des Widerspruchs Willen eingelegt“, so Rackow. In anderen Ländern gebe es das nicht. „Unsere Gesellschaft muss offener für neue Systeme werden, sonst kriegen wir den Transport bald nicht mehr geregelt.“ Die rechte Spur sei schon jetzt auf Autobahnen ununterbrochen voll.

Die Ausschreibung für die Infrastruktur soll im Februar erfolgen. Ein Kandidat ist Siemens. In Kalifornien, Schweden und Brandenburg hat das Unternehmen bereits Teststrecken zum E-Highway umgerüstet. „Wir werden uns auf die Ausschreibung bewerben“, bestätigt eine Sprecherin. „Die nötige Technik haben wir.“ Das Gesamtvolumen des Auftrags beträgt 14,2 Millionen Euro.

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