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Nachrichten Wirtschaft Auch viele Urlauber im Norden betroffen
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10:01 23.09.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Auch die Reisebüros des Touristikkonzerns Thomas Cook in Hamburg (Foto) und Schleswig-Holstein haben auf Notbetrieb umgestellt. Quelle: Axel Heimken/dpa
Kiel

Die Woche beginnt für Tausende deutsche Mitarbeiter des Touristikkonzerns Thomas Cook mit einer bösen Überraschung. "Die Verhandlungen zur geplanten Rekapitalisierung der Thomas Cook Group plc sind gescheitert. Daher sieht sich die Thomas Cook GmbH gezwungen, auf Notgeschäftsführung umzustellen", heißt es auf der Internetseite des Kieler Reisebüros von Thomas Cook in der Holstenstraße.

Verkauf auch in Kiel gestoppt

Alle Urlauber mit Abreisedatum 23. und 24. September könne der Start in den Urlaub nicht mehr gewährleistet werden, heißt es. Jeglicher Verkauf von Reisen sei zudem gestoppt.  Das betrifft auch die Kunden, die ihre Reisen in den Kieler Büros von Thomas Cook gebucht haben.

Weiter heißt es, dass man letzte Optionen auslote. Sollten auch diese Rettungsversuche scheitern, wären auch die Buchungen ab Mittwoch betroffen. Wie viele Buchungen betroffen sind, steht noch nicht fest.

Reisebüros in Schleswig-Holstein sind betroffen

"Wir Touristiker sind sehr bestürzt über die Nachricht", so Sandra Stern, Leiterin des Reisebüros Auszeit Thomas Cook in Eutin. "Wir sind mit den Herzen bei den Kunden und auch beim Veranstalter." Thomas Cook sei ein gern gebuchter Großveranstalter. "Wir haben aufgeregte Kunden, die unsicher sind, ob ihre Reise noch stattfinden kann", sagt Stern. Ihnen werde etwa dazu geraten, noch offene Überweisungen erstmal zurückzuhalten. "Ansonsten warten wir genauso wie alle anderen auch auf gute Nachrichten von Thomas Cook."

Auch bei den Fahrenkrog-Reisebüros in Schleswig-Holstein wurden Reisen von Thomas Cook verkauft. "Was anderes als abwarten kann man nicht", so Jörg Weißgräber, Geschäftsleiter bei Fahrenkrog. Wie sich die Situation weiter entwickle, werde sich in den nächsten Tagen zeigen. "Bereits seit Frühjahr sind wir offen mit unseren Kunden umgegangen und haben gesagt, dass wir nicht wissen, wie es mit dem Anbieter weitergeht." Allerdings habe es dennoch Interesse an Reisen über Thomas Cook gegeben. "Es geht vielen etwa um den Preis der Angebote. Außerdem kann man einige Hotels nur über Thomas Cook buchen."

Condor fliegt weiter ab Hamburg

Die Flüge der deutschen Tochter Condor sollen am Montag, 23. September, unverändert starten. "Alle Flüge finden wie geplant statt", so eine Sprecherin der Fluggesellschaft. In einer Mitteilung betont Condor, das Tochterunternehmen von Thomas Cook sei seit vielen Jahren profitabel. "Um Liquiditätsengpässe bei Condor zu verhindern, wurde ein staatlich verbürgter Überbrückungskredit beantragt. Dieser wird derzeit von der Bundesregierung geprüft", heißt es weiter.

"In Hamburg wickelt Condor weiter Flüge ab", so eine Sprecherin des Flughafens Hamburg. Am Montagmorgen sei die Irritation bei den Reisenden noch nicht so groß. "Wir haben aber natürlich dennoch schon Fragen von Passagieren bekommen." Das Personal an den Service-Schaltern und in den Terminals beantworte diese.

Auch viele deutsche Urlauber betroffen

Insgesamt sind aktuell 600.000 Reisen bei Thomas Cook betroffen, darunter auch zehntausende Buchungen aus dem deutschen Markt. In Schleswig-Holstein gibt es Thomas Cook-Reisebüros in Kiel, Flensburg, Lübeck und Schenefeld.

Die Verhandlungen zum Erhalt der deutschen Tochtergesellschaften laufen aber noch. Wenn auch diese Rettungsversuche scheitern, sehe man sich gezwungen, auch für die deutschen Tochtergesellschaften Thomas Cook GmbH, Thomas Cook Touristik GmbH und Bucher Reisen & Öger Tours GmbH möglicherweise auch weiterer Gesellschaften Insolvenzantrag zu stellen, heißt es in der Mitteilung.

Kunden will Thomas Cook informieren

Kunden mit Abreisen am 23. und 24. September würden baldmöglichst kontaktiert. Es wird davon abgeraten, in den Call-Centern anzurufen, da diese überlastet sind. Das gilt auch für Kunden, die Reisen im Internet gebucht haben.

Buchungen von Thomas-Cook-Reisebüros bei anderen deutschen Veranstaltern sind nicht betroffen.

Von Frank Behling und Jördis Früchtenicht

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