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Wirtschaft Verkauf könnte Bayer acht Milliarden bringen
Nachrichten Wirtschaft Verkauf könnte Bayer acht Milliarden bringen
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09:16 25.03.2019
Von Anne Holbach
Vor eineinhalb Jahren besuchte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz die KVP in Projensdorf. Quelle: Uwe Paesler (Archiv)
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Leverkusen/Kiel

Bayer will sich zu den Gerüchten und dem aktuellen Stand des Verkaufsprozesses nicht äußern. Auf Anfrage heißt es, es werde Ende April ein Update geben.

Bayer will sich Kerngeschäfte konzentrieren

Der bedeutendste Standort des Geschäftsbereichs ist die KVP (Kieler Veterinär Produkte) in Kiel, wo 60 Prozent aller Animal-Health-Produkte des Pharmakonzerns hergestellt werden. Bereits im vergangenen November hatte Bayer angekündigt, dass es die Sparte abstoßen will. Der Konzern will sich auf seine Kerngeschäfte Pharma, rezeptfreie Arzneimittel und Pflanzenschutz konzentrieren.

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Mehrere Interessenten im Gespräch

Laut Bloomberg gibt es gleich mehrere Interessenten für den Geschäftszweig, die bereit wären große Summen dafür hinzulegen. Im Raum sollen acht Milliarden Euro stehen, berichtet die Nachrichtenagentur unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Analysten hatten zuletzt mit einem niedrigeren Wert von 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro gerechnet.

Demnach prüfen die US-Beteiligungsgesellschaften KKR, Blackstone und Advent ebenso wie CVC Capital Partners aus Luxemburg und der britische Beteiligungsfonds Permira, ob sie Gebote abgeben. Auch Wettbewerber gehörten zu den potenziellen Käufern. Es sei ebenso eine Option, das Geschäft in ein börsennotiertes Unternehmen auszulagern, wenn die Angebote zu niedrig seien, will Bloomberg erfahren haben.

Auch Konkurrenten sind interessiert

Einer der größten Konkurrenten auf dem Animal-Health-Markt ist die ehemalige Pfizer-Tochter Zoetis, die im vergangenen Jahr mit der Herstellung von Tierarzneimitteln und Impfstoffen rund rund 5,1 Milliarden Euro erwirtschaftete. Das Unternehmen wurde vor sechs Jahren von Pfizer an die Börse gebracht, seitdem geht die Aktie kontinuierlich nach oben.

Auch Boehringer-Ingelheim wächst stark im Tierarznei-Geschäft. 2017 hatte der Konzern die Sparte von Sanofi übernommen und 3,9 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Dritter großer Player auf dem Markt ist Elanco Animal Health mit zuletzt etwa 2,7 Milliarden Euro Umsatz. Die Firma wurde 2018 vom Pharmaunternehmen Eli Lilly abgespalten und an die Börse gebracht. Vor dem Börsengang war in der Branche auch eine Fusion mit der Animal-Health-Sparte von Bayer im Gespräch.