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Wirtschaft Umwelthilfe und Linke gegen LNG-Terminal
Nachrichten Wirtschaft Umwelthilfe und Linke gegen LNG-Terminal
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08:00 01.04.2019
Von Frank Behling
Der LNG-Frachter „Arctic Voyager“ im Hafen von Rotterdam: Die Lieferung des Gases mit Schiffen trägt laut Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) auch zur Versorgungssicherheit Deutschlands bei. Quelle: Frank Behling
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Brunsbüttel

Das Bundeskabinett hat den Weg für eine Förderung zum Bau von Importterminals für verflüssigtes Erdgas in Deutschland vergangene Woche frei gemacht. Damit steigen die Chancen für den Hafen Brunsbüttel, wo ein LNG-Terminal in Planung ist.

Umwelthilfe fordert Bau- und Planungsstopp

Im Bundestag hat sich die Linkspartei zum Vorreiter des Widerstandes gegen ein LNG-Terminal gemacht. Unterstützung kommt von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). „Neue fossile Infrastruktur bauen, dabei Klimaziele nicht berücksichtigen und am Ende den Verbraucher bezahlen lassen – viel mehr kann man gar nicht falsch machen“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Seite an Seite argumentieren Umwelthilfe und Linke auch bei der Frage der Herkunft. Es werde so „schmutzigem Fracking-Gas aus den USA durch die Hintertür die Lieferung nach Deutschland ermöglicht“. Einzige Konsequenz: Ein sofortiger Bau- und Planungsstopp, so die Deutsche Umwelthilfe.

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Wirtschaft sieht große Vorteile

Ein breites Bündnis aus Schifffahrt, Energiewirtschaft und Politik will LNG als Treibstoff für Schiffe und als Alternative zu den Gaspipelines aus Russland schnellstmöglich bauen. „Deutschland ist das einzige Land an der Nordsee, dass keinen LNG-Importterminal hat. Das ist in ein paar Jahren dann ein erheblicher Standortnachteil für die großen Seehäfen Hamburg und Bremerhaven“, sagt Georg Ehrmann, Geschäftsführer der LNG-Plattform, eines Branchenverbands für die Etablierung der Infrastruktur. Die Abkehr vom Schweröl als Treibstoff sei mittelfristig nur mit LNG möglich. „Der weltweit größte Lieferant für LNG ist Katar. Danach folgen Lieferanten in Nordafrika, Südamerika und auch Norwegen“, argumentiert Ehrmann. Gerade einmal zwölf Prozent der LNG-Importe in die EU kamen laut Zahlen der EU-Kommission im zweiten Halbjahr 2018 aus den USA, mehr als die Hälfte aus Nahost oder Nordafrika.