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08:43 03.10.2019
Von Ulrich Metschies
Shopping am Tag der Einheit? Darüber gibt es Streit. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Zur Speerspitze der Kritiker macht sich die Gewerkschaft. "Da blickt die ganze Republik auf Kiel", sagt Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. "Und was macht Kiel? Kiel macht seine Läden auf."

Das ist natürlich sehr verkürzt. Denn die Stadt hat mit zahlreichen Partnern zum Einheitsfest ein Programm auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann. Doch genau da liegt ein Punkt, den die Branche durchaus als mögliche Umsatzbremse sieht. "Es ist schwer zu sagen, wie viele Menschen auch in die Läden finden, wenn das Konkurrenzangebot derartig breit gefächert ist", sagt Mareike Petersen, Geschäftsführerin des Handelsverbandes Nord.

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Ob sich der Aufwand für die Händler – vom Faktor Zeit bis hin zu Personal- und Marketingkosten – am Ende lohnt, sei schwer zu sagen: "Das hängt von der Branche ab, aber auch vom Wetter." So sei kaum zu erwarten, dass bei strömendem Regen viele Kunden auf die Idee kämen, die Fußgängerzone zum Shoppen zu nutzen, während Einkaufszentren an solchen Tagen ihre Vorteile ausspielen könnten. Anbieter sperriger Waren wie Haushaltsgeräte oder Möbel würden kaum auf Spontankäufer setzen können.

Lesen Sie hier den Kommentar von Ulrich Metschies.

Verkaufsoffener 3. Oktober in Kiel: Gewerkschaft spricht von Verschiebebahnhof

Andererseits bestehe die Chance, dass ein Kunde erst mal nur zum Schauen und Ausprobieren in den Laden komme – um später zuzuschlagen. Positiv bewertet der Verband verkaufsoffene Sonn- und Feiertage aber auch, weil sie dem stationären Handel eine Gelegenheiten böten, im Wettstreit mit der Online-Konkurrenz Flagge zu zeigen.

Aber passt das Shoppen an Tagen wie der Einheitsfeier in die Zeit von Klimakrise, Nachhaltigkeitsdefiziten und Wachstumskritik? Wird durch dieses Angebot mehr gekauft – oder Konsum nur zeitlich verschoben? Für Verdi-Sprecher Schischefsky steht fest: "Das Ganze ist ein einziger Umsatz-Verschiebebahnhof." Verdi ist die Öffnung an Sonn- und Feiertagen seit jeher ein Dorn im Auge – schließlich bedeute dieses Angebot auch eine erhebliche Zusatzbelastung für die Mitarbeiter in den Geschäften. Nur ein Teil der Beschäftigten könne sich mit Gehaltszuschlägen über Mehrarbeit und Einschränkungen im Familienleben hinwegtrösten: "Einen finanziellen Ausgleich erhält das Personal in tarifgebundenen Unternehmen – doch deren Zahl nimmt stetig ab."

Andere Bundesländer sind mit Öffnungszeiten noch großzügiger

Aus Sicht von Verbraucherschützern ist das Shoppen an Sonn- und Feiertagen zunächst ein Angebot, über das die Kunden sich freuen können: "Es ist eine gute Sache, in entspannter Atmosphäre einkaufen zu können", sagt Vivien Rehder, Sprecher der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Ohne als Spaßbremse dastehen zu wollen, appelliert sie aber auch an die Konsumenten, sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen blenden zu lassen. Mit Blick auf die Nachhaltigkeit bewertet die Verbraucherzentrale verkaufsoffene Sonn- und Feiertage differenziert. Wie bei jedem Einkaufsbummel bestehe das Risiko, dass man Dinge kaufe, die man nicht wirklich braucht. Andererseits sei es oftmals ökologischer, die neuen Schuhe im Handel zu kaufen und nicht im Internet zu bestellen.

Mit der Genehmigung von bis zu vier verkaufsoffenen Sonntagen im Jahr liegt Schleswig-Holstein bundesweit im Mittelfeld. Deutlich lockerer handhaben etwa Berlin oder Brandenburg die Ladenöffnung. Händler oder Händlergemeinschaften dürfen allerdings nur zu besonderen Anlässen wie Festen oder Bauernmärkten sonntags öffnen. "Oft werden diese Anlässe konstruiert, um eine Genehmigung zu bekommen", kritisiert Verdi-Mann Schischefsky. Allerdings werde die Regelung in Schleswig-Holstein "nur selten überstrapaziert".

Weitere verkaufsoffene Sonntage in der Region

Wer am Einheitstag in Kiel nicht so recht zum Shoppen kommt, kann das am 3. November nachholen, dann locken die Skandinavien Tage in die Landeshauptstadt. Weiter geht es dann erst wieder im kommenden Jahr mit dem 1. März zum Kieler Umschlag Sehr viel zahlreicher sind die Shoppinggelegenheiten in Eckernförde aufgrund der Bäderregelung. Viele Geschäfte dort haben am Tag der Einheit sowie an allen Sonntagen im Oktober geöffnet. Auch Plön profitiert von der Bäderregelung. In Rendsburg lockt am 27. Oktober "RD ist Kult". Am gleichen Tag sind die Geschäfte in Neumünster anlässlich von  Schlemmerköste und Jazz-Herbst geöffnet. In Bad Segeberg haben die Geschäfte in der Innestadt am 6. Oktober und am 3. November geöffnet.   

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