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Wirtschaft „Vertragsbruch ist feste Größe“: Autobranche reagiert mit rauen Umgangsformen auf Krise
Nachrichten Wirtschaft „Vertragsbruch ist feste Größe“: Autobranche reagiert mit rauen Umgangsformen auf Krise
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19:54 09.07.2019
Ein Volkswagen T-Cross steht auf einer Hebebühne in einem Autoturm auf dem Werksgelände von Volkswagen. Quelle: Peter Steffen/dpa
Hannover

Zahlreiche Unwägbarkeiten belasten derzeit die deutsche Automobilbranche. Die schwächelnde Nachfrage aus dem Ausland sorgte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres für Produktions- und Exportrückgänge. Im ersten Halbjahr wurden knapp 1,9 Millionen Autos exportiert und damit rund 15 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, wie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Bernhard Mattes, am Dienstag in Berlin mitteilte.

Eine Folge der Probleme der Automobilindustrie sind immer gewissenlosere Kunden, wie sich die „Welt“ auf Aussagen von Lieferanten beruft. Demnach wurden mehrere Maschinenhersteller von Mittelständlern, die Waren im Wert von Millionen bestellt haben, einfach hängengelassen.

Ausgehandelte Verträge werden nicht mehr unterschrieben

Durch die Krise der Automobilindustrie würden zudem immer rauere Umgangsformen gepflegt, beklagen deshalb Unternehmer. Einige sehen gar einen Sittenverfall. „Der Vertragsbruch ist inzwischen eine feste Größe in der Automobilbranche“, so Michael Militzer, der Ex-Chef des Zuliefererverbands Automotive Thüringen zur „Welt“. Aufgrund der Verhandlungsmacht der großen Hersteller bleibe vielen Lieferanten oft „nur die Wahl zwischen sicherem Tod und plötzlichem Tod“.

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Immer häufiger würden zudem ausgehandelte Verträge schlicht nicht mehr unterschrieben, weil nach dem Urlaub ein neuer Einkaufschef noch einmal zehn Prozent Preisnachlass fordere. Auch sei es schon vorgekommen, dass ein Leasing-Vertrag für eine zusätzliche Maschine an die Bedingung geknüpft wurde, bereits bestehende Leasing-Verträge nachzuverhandeln und zusätzliche Sicherheiten für die bereits gemieteten Maschinen zu geben.

Das sei früher nicht vorgekommen, so der Ex-Verbandschef weiter zur „Welt“.

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Von RND/ak/dpa

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