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Wirtschaft Makler warnen vor überhöhten Preisen
Nachrichten Wirtschaft Makler warnen vor überhöhten Preisen
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10:00 21.07.2017
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Sie sehen die wachsende Gefahr eines Überbietungswettbewerbs: die Kieler Immobilienmakler Bernd Hollstein, Björn Petersen, Patrick Stöben und Peter Plambeck (v.li.). Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

„Die Gefahr für Kunden, an den falschen Makler zu geraten und viel Geld zu verlieren, ist derzeit besonders groß.“

 Bernd Hollstein (Schütt), Peter Plambeck (GVI), Patrick Stöben (Stöben) und Björn Petersen (Spiering), die nach eigener Aussage mit insgesamt mehr als 100 Mitarbeitern über die Hälfte des Immobiliengeschäftes in Kiel abdecken, sehen in einer künstlichen Überhitzung des Marktes die größte Gefahr – für Käufer und Verkäufer für Immobilien gleichermaßen. „Wenn mehrere Makler in einen Überbietungswettbewerb einsteigen, um eine Immobilie auf den Markt zu bringen, ist das unseriös. Diese Versprechen sind nicht zu halten“, sagt Plambeck. Eine korrekte Preisermittlung, die nur ein ortsansässiger Makler mit langer Erfahrung und entsprechenden Daten leisten könne, sei aber entscheidend für die Kundenzufriedenheit.

 Wenn die Immobilie nach dem Motto „Welchen Preis hätten Sie gerne“ taxiert und zudem keine Provision für die Dienstleistung verlangt würde, sei äußerste Vorsicht geboten, sagt Makler Hollstein. „Die höchsten Preise rufen Makler auf, die keine Ahnung haben.“ Üblich und seriös sei auch, eine Erfolgsprovision im Verhältnis zwei zu drei Prozent dem Verkäufer und Käufer gleichermaßen in Rechnung zu stellen. „Der Makler soll neutraler Berater für beide Seiten sein, nur das ist ehrlich, aufwendig und kostet natürlich Geld.“

 Drastisch überhöhte Preise, die sich auch auf einschlägigen Internetportalen wiederfänden, verfälschten nicht nur die wirkliche Marktsituation, sondern könnten auch Folgen für den Verkäufer haben: „Eine solche Immobilie kann dann lange stehen und ist möglicherweise irgendwann unverkäuflich“, sagt Petersen. Deshalb seien im Internet kursierende Artikel wie „Fünf Tricks, mit denen Sie den Höchstpreis für Ihre Immobilie erzielen“ mit großer Vorsicht zu genießen: „Eine realistische Einschätzung leistet nur ein Makler, der langfristig Verantwortung für Grundstücksgeschäfte übernimmt.“

 Einige „Schwarzen Schafe“ der Branche, sagt Hollstein, würden beispielsweise das Thema Energieausweis nicht ansprechen, falsche Quadratmeterzahlen in den Exposés verwenden und Objekte von anderen Maklern kapern und als eigene anbieten – „das kommt häufig vor“. Vorsicht sei auch bei der „inflationären“ Verwendung von Gütesiegeln geboten, die beispielsweise von Verlagen oder Internetportalen vermarktet werden, sagt Maklerkollege Petersen: „Das ist ein stumpfes Schwert, kostet den Makler nur viel Geld und sagt eigentlich nichts über die Qualifikation aus.“

 Petersen, im Ehrenamt Vizepräsident des bundesweiten Branchenverbandes IVD, fordert deshalb, politisch endlich den Weg für einen Fach- und Sachkundenachweis freizumachen. „Ein zweiwöchiger IHK-Maklerschein ist einfach zu wenig. Minimum sollte eine Ausbildung zum Immobilienkaufmann als Einstiegshürde in den Beruf sein“, sagt Hollstein. Seriös sei ebenfalls, eine Immobilie im Alleinauftrag zu vermakeln, ergänzt Maklerkollege Stöben: „Das nimmt den Makler in die Pflicht, zu einem für beide Seiten akzeptablen Abschluss zu kommen und das Risiko für beide Seiten zu minimieren. Das sieht auch unser Ehrenkodex so vor.“ Gerade bei Immobiliengeschäften sei größtmögliche Fachkenntnis nötig: „Ein Haus zu kaufen und zu verkaufen, das macht man in der Regel nicht oft in seinem Leben. Da sollte man den Handel über den Gartenzaun hinweg vermeiden und einem echten Profi vertrauen“, sagt Petersen.

Rund 60 Prozent mehr Zeit benötigen Arbeitslose zwischen 55 und 65 Jahren, um einen Job zu finden. Dies berichtet das Bundesarbeitsministerium. Während die Grünen in diesen Zahlen eine Diskriminierung älterer Erwerbsloser sehen, erkennt die Arbeitgeberseite einen gegenläufigen Trend.

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