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Wirtschaft Neue 100- und 200-Euro-Noten
Nachrichten Wirtschaft Neue 100- und 200-Euro-Noten
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06:33 28.05.2019
Von Ulrich Metschies
Links die alten, rechts die neuen Scheine. Linda Neumann und Jörn Eckhoff von der Deutschen Bundesbank präsentierten die frischen Hunderter und Zweihunderter am Montag in Kiel. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Statt 82 Millimeter in der Höhe misst der Neue nur noch 77 Millimeter. Auch dem Zweihunderter haben Europas Währungshüter 17 Jahre nach der Euro-Einführung ein Face-Lifting, mehr Sicherheit und ein kompakteres Format verpasst.

Drei Milliarden Noten, 3185 Tonnen

Nachdem alle kleineren Scheine bereits in zweiter Serie gestartet sind, bringt die Europäische Zentralbank ab Dienstag die neuen Hunderter und Zweihunderter in Umlauf. Geplant ist für den Euroraum eine „Erstausstattung“ im Volumen von drei Milliarden Stück – das sind Banknoten mit einem Gesamtgewicht von 3185 Tonnen. Den Weg in die Geldbörsen finden die neuen Scheine über die Kassenschalter der Kreditinstitute, den Hunderter gibt es auch am Geldautomaten.

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Am Dienstag kommen neue 100- und 200-Euro-Scheine in Umlauf. Die Banknoten sollen fälschungssicherer sein als bisher. Was ist neu?

Zwei neue Sicherheitsdetails

Beide Scheine erhalten jeweils zwei neue und nach Angaben der Bundesbank „innovative“ Sicherheitsdetails. Zum einen zeigt das Satelliten-Hologramm oben rechts im silbernen Folienstreifen kleine „€“-Symbole, die sich um die Wertezahl bewegen – was gut unter direkter Lichteinstrahlung zu erkennen ist. Zudem wurde die sogenannte Smaragdzahl überarbeitet. Wird die Banknote gekippt, erzeugt die glänzende Zahl links unten nicht nur den Effekt, dass sich ein Lichtbalken auf und ab bewegt und sich ihre Farbe von Smaragdgrün zu Tiefblau verändert, sondern in der Zahl sind nun auch „€“-Symbole zu sehen.

Zahl der Fälschungen geht zurück

Sind die neuen Scheine damit fälschungssicher? „Absolute Fälschungssicherheit gibt es nicht“, sagt Jörn Eckhoff von der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank im Norden. Allerdings werde der Aufwand für kriminelle Nachahmer einmal mehr vergrößert: „Die neuen Banknoten sind noch sicherer als die alten.“ Immerhin: Seit Einführung der neuen Europa-Serie 2013 ist die Zahl der falschen Banknoten deutlich zurückgegangen. Im vergangenen Jahr registrierte die Bundesbank 58000 Blüten im Nennwert von 3,4 Millionen Euro – ein Rückgang um 20 Prozent im Vergleich zu 2017. Damit kommen rechnerisch sieben Fälschungen auf 10000 Einwohner. Bei Fälschern mit Abstand am beliebtesten ist der 50-Euro-Schein, weil er Aufwand und Ertrag – aus krimineller Sicht – in einem attraktiven Verhältnis erscheinen lässt, und weil er viel benutzt und damit relativ leicht in Umlauf zu bringen ist. Auf Platz zwei der Fälscher-Hitliste: der Zwanziger.

Manche Blüten sind sehr plump  

Wie stark die „Qualität“ von Fälschungen variiert, zeigten die Blüten, die Eckhoff und sein Team am Montag mit in die Redaktion der Kieler Nachrichten brachten: Da ist der fast perfekt aussehende alte Hunderter, der auch beim Anfassen und Befühlen seine Blütenidentität so schnell nicht preisgibt. Und da ist der Zwanziger, der allenfalls als besseres Monopoly-Geld taugt, mit einem Pseudo-Hologramm-Streifen, der so aussieht, als habe ihn jemand eilig mit einem Silberstift auf den Schein gemalt.

Nicht hinschauen kann teuer werden

Genau hinzuschauen, wenn man einen Schein in die Hand bekommt, ist dringend zu empfehlen. Denn wer die Blüte zu spät bemerkt, bleibt nicht nur auf dem Schaden sitzen, sondern kann sich auch strafbar machen, wenn er oder sie den falschen Schein weiter in Umlauf bringt.

Banknoten prüfen – das geht auch ohne Hilfsmittel. Die Bundesbank empfiehlt das Prinzip „Fühlen, Sehen, Kippen“

Fühlen: Banknotenpapier fühlt sich griffig und fest an. Auf der Vorderseite sind hervorgehobene Teile des Druckbildes als Relief zu fühlen.

Sehen: Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich der Note als Schattenbild sehen, wenn man sie gegen das Licht hält. Im oberen Bereich des Hologrammstreifens befindet sich bei der neuen Europa-Serie ab der „20-Euro-Note ein durchsichtiges Fenster. Es zeigt eine Abbildung des Gesichtes der Europa, einer Gestalt der griechischen Mythologie.

Kippen: Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Note. Es zeigen sich regenbogenfarbige Effekte, die die Motive umgeben. Die neuen Noten weisen zudem auf der Vorderseite links unten die „Smaragdzahl“ auf. Beim Kippen verändert sich die Farbe und ein heller Streifen wandert auf- und abwärts.