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Wirtschaft Vossloh: Verkauf noch in diesem Jahr?
Nachrichten Wirtschaft Vossloh: Verkauf noch in diesem Jahr?
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07:00 08.10.2015
Von Jörn Genoux
Mit schwerem Gerät wird derzeit der Grund für das neue Vossloh-Werk in Kiel-Suchsdorf bereitet. Demnächst kann mit dem Rammen der Pfähle für das Gebäude begonnen werden. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Denn auch im Verkaufsprozess hat es in den vergangenen Wochen vorentscheidende Entwicklungen gegeben. Mit sechs bis acht Interessenten werden noch Gespräche geführt.

 Die Vossloh AG will ihren Geschäftsbereich Transportation verkaufen. Dazu gehören neben dem Lokomotivenwerk in Kiel das Lokwerk in Valencia sowie Vossloh Kiepe, Hersteller von elektrischen Komponenten für Schienenfahrzeuge, in Düsseldorf. Der Konzern will sich künftig ganz auf das Geschäft mit Produkten für die Bahn-Infrastruktur – wie Schienenbefestigungen oder Weichen – konzentrieren. Vor knapp einem Jahr hatte Vossloh die Verkaufspläne angekündigt; daraufhin hatten sich rund 50 Interessenten gemeldet. Nun werden nach Informationen dieser Zeitung mit sechs bis acht Unternehmen konkrete Gespräche geführt. Es soll sich bei allen um strategische Investoren, also Unternehmen aus der Bahntechnik-Branche handeln.

 Starkes Interesse soll beispielsweise Stadler Rail aus der Schweiz haben. Konzernchef Peter Spuhler hatte im Sommer gesagt, er rechne damit, dass große Konzerne wie Siemens, Alstom und Bombardier Gespräche über eine Zusammenlegung ihrer Bahnsparten führten. Daher prüfe auch Stadler Verkaufskandidaten wie Vossloh. Spanische Medien berichteten jüngst von einem Besuch einer Stadler-Delegation in Valencia. Und auch in Kiel sollen die Schweizer schon gewesen sein. Unter den Interessenten dürfte auch weiterhin das US-Unternehmen Progress Rail sein, das zum Baumaschinenkonzern Caterpillar gehört. Die Amerikaner haben ebenfalls schon das Werk in Valencia besichtigt. Einige dürften den Standort überdies noch aus früheren Zeiten kennen. Denn Progress Rail hieß bis zur Übernahme durch Caterpillar im Jahr 2010 EMD; und EMD hat mit den spanischen Lokbauern vor der Übernahme durch Vossloh (2004) eine Lok entwickelt.

 Mindestens zwei asiatische Unternehmen sollen unter den Interessenten sein, darunter ein Eisenbahn-Gigant aus China: CRRC mit rund 180000 Mitarbeitern und 30 Milliarden Euro Umsatz. Der Konzern war im vergangenen Jahr durch den Zusammenschluss der beiden chinesischen Unternehmen CSR (China Southern Railways) und CNR (China Northern Railways) entstanden. Beide stellen Lokomotiven und Waggons her, sind aber auch als Bahnunternehmen tätig. Und beide sollen sich schon seit längerer Zeit auf dem europäischen Markt umschauen. Es geht ihnen um technisches Know-how, aber auch darum, Wissen über die aufwendigen Zulassungsverfahren für Lokomotiven in Europa zu erlangen.

 Vossloh hatte einen Verkauf der Transportation-Sparte bis spätestens 2017 angepeilt. Nun deutet sich an, dass es schon deutlich früher eine Entscheidung geben könnte. Während der Verhandlungsphase will sich der Konzern offiziell nicht näher zum Stand der Gespräche äußern. Offen ist auch, ob die Sparte insgesamt verkauft werden kann oder nur in Teilen.

 In Kiel-Suchsorf nimmt unterdessen das neue Lokwerk allmählich Gestalt an. Die Tiefbauarbeiten sind demnächst abgeschlossen; zurzeit entsteht eine Baustraße. Danach kann mit dem Rammen der Pfähle für das Gebäude begonnen werden. Bauherr Stargime Deutschland und Vossloh investieren zusammen rund 41 Millionen Euro in das Gebäude und neue Maschinen.

Die Bundesregierung will Medienberichten zufolge bei künftigen Verträgen den Garantiezins für Lebensversicherungen abschaffen. Grund seien die neuen europäischen Eigenkapitalvorschriften (Solvency II), die vom 1. Januar 2016 an für die großen Versicherer gelten werden, wie das "Handelsblatt" (Online) am Mittwoch eine Sprecherin des Finanzministeriums zitierte.

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