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08:00 18.07.2015
Von Jörn Genoux
Symbolischer Spatenstich (v.li.): Bürgermeister Peter Todeskino, Jens Gonder (Stargime), Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, Vossloh-Geschäftsführer Thomas Schwichtenberg, Martin Krabbe (Baufirma Züblin), Vossloh-Vorstandschef Hans M. Schabert und Vossloh-Betriebsratschef Michael Ulrich. Quelle: Sven Janssen
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Kiel

Am Freitag hatten beide zum offiziellen ersten Spatenstich geladen. Am Rande berichtete Vossloh-Chef Hans M. Schabert auch über den aktuellen Stand des Verkaufsprozesses.

 Der Bahntechnik-Konzern hatte vor einem Jahr angekündigt von Kiel-Friedrichsort, wo seit 1923 Lokomotiven gebaut werden, nach Suchsdorf umzuziehen. Stargime, Eigentümer des Business Campus, auf dem unter anderem auch Rheinmetall, das IT-Unternehmen Netuse und Heidelberger Druckmaschinen Standorte haben, baut für Vossloh dort ein Werk mit einer Produktionsfläche von 18 000 Quadratmetern. Außerdem muss dort ein Schienenstrang von rund einem Kilometer Länge verlegt werden. Vossloh hatte dann im Dezember angekündigt, den Fahrzeugbau (Transportation) bis spätestens Ende 2017 verkaufen zu wollen – ganz oder in Teilen. Zu diesem Geschäftsbereich gehören neben Kiel auch das Werk in Valencia sowie Vossloh Kiepe in Düsseldorf.

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 Der Konzern hatte dabei aber seine Pläne bestätigt, in Kiel neu zu bauen und mit einem modernen Werk die Zukunft der rund 340 Arbeitsplätze zu sichern. Am Freitag sprachen daher auch Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) von einem wichtigen Signal für den Industriestandort Kiel. „Die Industrie ist ein wichtiger Grundpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung in Schleswig-Holstein“, sagte Meyer. Kämpfer sprach von der hohen „Symbolkraft“ des Projekts. Entsprechend aktiv haben Stadt und Land Planungen und Vorbereitungen unterstützt, wie Schabert bestätigte: Das sei alles „sehr optimal gelaufen“, geradezu vorbildlich schnell.

 Zufrieden ist auch Stargime-Geschäftsfüher Jens Gonder. Er musste hart für den Umzug werben bei Vossloh; drei Anläufe habe sein Unternehmen in den vergangenen Jahren unternommen, berichtete er. Bis Hans M. Schabert Anfang 2014 den Chefposten bei Vossloh übernahm. Der Manager war bei Siemens vor dem Verkauf an Vossloh auch für das Lokwerk des Elektrokonzerns in Kiel zuständig. Und er sei „entsetzt“ gewesen über das, was er in Friedrichsort vorgefunden habe, sagte er unter Hinweis auf den schlechten Zustand der Gebäude dort. Nach zwei Monaten sei klar gewesen, dass Vossloh an den Standort Kiel glaube und ein neues Werk gebaut werden soll. In Suchsdorf werde nicht einfach nur ein neues Werk gebaut, es entstehe „eine neue Welt“, so Schabert. Denn die Lok-Fertigung wird komplett neu organisiert. So soll beispielsweise der Zeitraum vom Eingang einer Bestellung bis zur Auslieferung einer Lok von 18 auf sechs Monate verkürzt werden.

 Nach der Ankündigung des Konzerns, Vossloh Locomotives in Kiel zu verkaufen, hatten sich zunächst 50 Interessenten gemeldet. Mit acht bis zehn von ihnen werden derzeit Sondierungsgespräche geführt, die schon sehr bald in konkrete Gespräche münden sollen. Frühestens in sechs bis zehn Monaten könnte der Verkauf über die Bühne gehen. Schabert schließt aber nicht aus, dass der Verkauf um ein bis zwei Jahre verschoben wird, wenn es zu keiner Einigung kommt. „Wir verscherbeln nichts“, sagte er. Der Konzern hatte immer betont, entscheidend sei auch, dass das Werk eine nachhaltige Entwicklung nehmen könne und die Arbeitsplätze sicher seien.

Beim Volkswagen-Konzern ist die Halbjahresbilanz für die Verkäufe ins Minus gerutscht. Nachdem die Auslieferungen wegen Rückgängen im April und Mai auf Fünfmonatssicht bereits nur noch stagniert hatten, zog ein deutliches Juni-Minus von 4,3 Prozent Europas größten Autobauer nun nach sechs Monaten sogar auf Talfahrt.

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