Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Walmart und die Waffen: Ein Supermarkt im Kreuzfeuer
Nachrichten Wirtschaft Walmart und die Waffen: Ein Supermarkt im Kreuzfeuer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:25 04.08.2019
Eine Walmart-Filiale in Virginia Quelle: dpa
El Paso

Mindestens 20 Menschen hat ein Schütze in einem Einkaufszentrum in Texas getötet. Ein Polizeisprecher sagte, die meisten Opfer seien in einem Walmart in dem Ladenkomplex von Schüssen getroffen worden. Der Supermarkt sei zum Zeitpunkt des Angriffs voll gewesen. Der Sprecher schätzte, dass sich dort zwischen 1000 und 3000 Menschen aufhielten. Erst am Dienstag waren zwei Menschen im Bundesstaat Mississippi in einem Walmart durch Schüsse getötet worden.

Die beiden Taten lenken die Aufmerksamkeit auch auf das Verhältnis der Supermarkt-Kette zum Geschäft mit den Waffen. Und das beginnt mit dem Gründer von Walmart.

Walmart-Gründer war passionierter Jäger

Sam Walton galt als großer Waffen-Fan. Er ging gerne auf die Jagd, seine Lieblingsgewehre stammten von Remington. Angeblich eröffnete er extra einen Laden nahe seines Jagdsitzes, um kurze Wege für sein Hobby zu haben, berichtet die „Washington Post.

Heute ist Walmart ein gewaltiges Handelsunternehmen. Im Jahr 2017 machte das Unternehmen mehr als 500 Milliarden US-Dollar, es gehört zu den umsatzstärksten Firmen der Welt und beschäftigt mehr als zwei Millionen Angestellte. Des Öfteren wird Walmart aber auch als größter Waffenhändler der Welt bezeichnet.

Im Video: 20 Tote bei Attentat in El Paso

Walmart stoppte den Verkauf von Pistolen

Über die Jahre hat Walmart sein Sortiment und seine Regeln zum Waffenverkauf angepasst – mal in die eine, mal in die andere Richtung. So stoppte die Kette schon im Jahr 1993 den Verkauf von Pistolen – allerdings später als andere US-Supermärkte. Schon damals fürchteten Kritiker, dass Walmart damit das Erbe seines Gründers verraten würde.

Mehr lesen: Täter von El Paso veröffentliche rassistisches „Manifest“

Im Jahr 2006 schränkte Walmart den Verkauf von Waffen weiter ein. In vielen Filialen flogen Waffen komplett aus dem Sortiment. Wenig später führte das Unternehmen strengere Regeln für den Verkauf ein, als es die Gesetze vorsahen. So wurde etwa jeder Verkauf einer Feuerwaffe auf Kamera festgehalten.

In Texas sind bei einem Amoklauf mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Der mutmaßliche Täter ist 21 Jahre alt und hatte offenbar ein rassistisches Motiv.

Walmart setzte nach der Wirtschaftskrise wieder mehr auf Waffen

Doch diese Entwicklung fand in der Wirtschaftskrise 2009 ein Ende, als Walmart die Regale wieder mit Waffen auffüllte, wie das „Wallstreet Journal“ berichtete. Ohnehin gab Walmart bei seinen Entscheidungen zum Waffenverkauf meistens wirtschaftliche Gründe an. Mit politischen Äußerungen hielt sich Walmart zurück.

Zuletzt gab das Unternehmen mehrfach an, dass es sich an Kunden orientieren wolle, die gerne auf die Jagd gehen oder Sportschützen sind. Die Entscheidungen richteten sich stets nach der Nachfrage dieser Kunden.

Nun zeigt sich der Konzern schockiert über die Tat von El Paso. Man bete für die Opfer, hieß es in einer Twitternachricht von Walmart.

Unter dem Tweet sammeln sich seither aber kritische Stimmen, die in der Mehrheit vor allem eines von Walmart fordern: „Stop selling guns“ – „Hört auf, Waffen zu verkaufen.“ Das wäre allerdings ein harter Bruch mit der Tradition des Unternehmens.

Mehr lesen: Zehn Tote nach Schießerei in Ohio

Von pach/dpa/RND

Der Thüringer Verfassungsschutz warnt vor rechten Umtrieben in Betriebsräten – und zielt dabei vor allem auf die Gruppierung „Zentrum Automobil“ ab. Die sorgte erst vor kurzem mit einem Video für Aufsehen.

03.08.2019

Die Fridays-for-Future-Bewegung lässt auch Ökonomen nicht kalt. Einer der führenden Wirtschaftswissenschaftler hat am Samstag in Dortmund mit Aktivisten diskutiert. Der Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, zeigte sich anschließend angetan von der Debatte.

03.08.2019

US-Präsident Trump freut sich: Die USA dürfen künftig mehr Rindfleisch in die EU exportieren. Das hat Folgen für die Verbraucher.

03.08.2019