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Wirtschaft Fischgenuss geht auch ohne Gewissensbiss
Nachrichten Wirtschaft Fischgenuss geht auch ohne Gewissensbiss
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08:00 31.12.2017
Von Alev Doğan
Manche Fische kann man bedenkenlos essen, andere stehen auf der Schwarzen Liste. Quelle: Volker Rebehn (Archiv)
Kiel

Bei all den Warnungen vor einer Überfischung der Meere und immer neuen Fangquoten stellt sich die Frage: Welche Fischarten lassen sich eigentlich noch ohne Gewissensbisse genießen? Darüber gibt es sehr unterschiedliche Meinungen.

Für den Deutschen Fischereiverband ist die Lage eindeutig: „Alles, was im Rahmen der EU-Fischereigesetze legal gefangen wird, ist nachhaltig gefischt“, sagt der Generalsekretär Peter Breckling. „Wer meint, dass ihm das nicht reicht, der kann sich am MSC-Siegel orientieren.“ Probleme habe er indes mit Einkaufsführern diverser Umweltverbände. „Da haben sich unterschiedliche Vereine ziemlich willkürliche Kriterien gegeben. Zum Teil widersprechen sich die Einkaufshilfen sogar.“

In Sachen Aquakultur und Fischzucht sieht Breckling noch Verbesserungsbedarf. „Hier stehen wir noch am Anfang. Es gibt zwar das ASC-Siegel, doch das ist noch nicht besonders etabliert“, so Breckling. Über künstliche Becken in Hallen müsse man im Sinne der Fischhaltung noch nachdenken. Das betreffe allerdings nicht heimische Karpfen- und Forellenzüchter, die ihre Fische in traditionellen Erdteichen zogen. „In solchen Teichen fühlen sich die Tiere pudelwohl.“

Kabeljau entwickelt sich gut

Im deutlichen Widerspruch zu Brecklig steht die Meeresschutzexpertin Catherine Zucco. „Karpfen, Forellen aus Bio-Zucht, Alaska-Wildlachs sowie Nordsee-Hering und Sprotte aus Nord- und Ostsee sind aus unserer Sicht grundsätzlich empfehlenswert.“ Und sogar der Kabeljau aus der Nordsee entwickle sich sehr gut. Die gebürtige Hamburgerin Zucco ist Fischereiexpertin beim Internationalen WWF-Zentrum für Meeresschutz in Hamburg. Sie betont, dass nicht nur die Fischart, sondern auch Zucht, Fanggebiet und Fangmethode für nachhaltigen Fischkonsum entscheidend sind. „Glücklicherweise stehen die dafür nötigen Informationen auf der Verpackung nachzulesen“, sagt Zucco.

Am Beispiel der Scholle erläutert Zucco, warum sie ihre Empfehlung nicht nur vom Fischbestand abhängig macht: „Der Bestand hat sich ganz gut entwickelt, das Problem ist die Fangmethode, nämlich Grundschleppnetze.“ Bei Plattfischen wie der Scholle würden in der konventionellen Fischerei Grundschleppnetze oder die sogenannte Baumkuhrenfischerei eingesetzt. „Bei diesen Methoden wird der Meeresboden geradezu gepflügt und letztlich stark geschädigt. Dabei ist der Meeresboden sehr wichtig, weil hier viele Schalentiere und alle möglichen Organismen der Fauna und Flora leben.“ Durch die Beschädigung des Bodens verändere sich das gesamte Ökosystem. Außerdem führe diese Methode zu besonders viel Beifang, zu dem auch die für Fischbestände besonders wichtigen Jungtiere gehören.

Verzehr von Miesmuscheln empfehlenswert

Dasselbe gelte für Weichtiere wie Miesmuscheln, deren Verzehr Zucco grundsätzlich empfiehlt. Doch auch hier hänge die Empfehlung stark von der Fangmethode ab: „Wenn die Muscheln an Hänge- und Pfahlkulturen wachsen, ist das super. Bei Bodenkulturen haben wir wieder das Problem mit der Fangmethode: Dann werden die Muscheln mit Bretschen hochgeholt und der ganze Meeresboden wird ausgehöhlt.“

Und Zucco hat auch eine Schwarze Liste: Fische, die man am besten gar nicht essen sollte. An oberster Stelle steht der Aal. „Das ist der einzige Fisch, der ganz real vom Aussterben bedroht ist“, so Zucco. „Das ist eine sehr traurige Geschichte. Gerade wenn man im Norden aufgewachsen ist, ist man seit seiner Kindheit daran gewöhnt, dass der Aal eigentlich immer da war.“ Außerdem rät sie ab von Hai („Der ist bei uns zum Glück auch nicht sehr verbreitet“) sowie Rochen und Rotbarsch. Doch isst die Meeresschutzexpertin eigentlich selbst noch Fisch? Zucco: „Ich esse sehr, sehr gern roten Heringssalat. Und ab und zu mal Thunfisch.“

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