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Wirtschaft Werbung am Frauentag – PR, die manchmal schiefgeht
Nachrichten Wirtschaft Werbung am Frauentag – PR, die manchmal schiefgeht
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15:42 08.03.2019
Soldatinnen der Bundeswehr verteilen vor dem Brandenburger Tor Blumen an Passanten zum Internationalen Frauentag – was nicht alle Frauen gut fanden. Quelle: dpa
Hannover/Berlin/Hamburg

Jahres- und Aktionstage wie der Frauentag stellen für Werbetreibende traditionell eine große Versuchung dar: Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist auf ein Thema gelenkt, das sich bestimmt irgendwie mit der eigenen Marke verknüpfen lässt – Stichwort Valentinstag, zu dem auch Autovermieter entsprechend gemünzte Werbung schalten.

Ähnliches probieren jedes Jahr auch Unternehmen und Einrichtungen zum Frauentag aus. Und während ein solidarisches Statement wohlwollend aufgenommen wird, verblüffen manche Plakate und Beiträge in sozialen Medien mit erstaunlich viel Chuzpe – oder mangelndem Fingerspitzengefühl.

Screenshot Quelle: Twitter

Den diesjährigen Bock schossen wohl die Immobilienmakler von Engel & Völkers: #Weltfrauentag und dazu ein Bild des durchgehend männlich besetzten Vorstands. Die Aufregung war groß, schließlich geht es kämpferischen Frauen am 8. März nicht zuletzt darum, dass Führungspositionen in Deutschland überwiegend von Männern besetzt sind.

Was folgte, war ein kleiner Shitstorm in den sozialen Medien. Schlussendlich entschuldigte sich Engel & Völkers und gestand ein, einen Fehler gemacht zu haben. Schließlich sollten am Frauentag Frauen im Vordergrund stehen, schreiben die Immobilienmakler selbstkritisch.

Für Ärger sorgte auch die Bundeswehr, die auf Twitter ihre Aktion zum Frauentag dokumentierte.

Blumen zum Frauentag – die Idee hatte die Bundeswehr nicht als erste. Regelmäßig treiben derartige Aktionen am 8. März Shitstorms an. Denn historisch ist der Frauentag als politischer Aktionstag entstanden, an dem Frauen Gleichstellung einfordern – aus Sicht vieler Frauen ein großer Unterschied zum Muttertag. Für die Aktion der Bundeswehr gab es zwar auch Lob – viele Frauen äußerten sich aber eher skeptisch.

Gleiches gilt für Kosmetik, mit der sich im vergangenen Jahr das Management des Innsbrucker Bahnhofs in die Nesseln setzte. Auch hier folgte später eine Entschuldigung.

Frauentag – das bietet sich auch als Party-Motto an. Dementsprechend viele Veranstaltungen laufen am 8. März wahlweise als Chicas Night – oder als Ladys Night. Folgt man Äußerungen auf Twitter, auch nicht zwangsweise das, was Frauen an einem Tag erwarten, der einst Frauenkampftag hieß.

Wohl auch nicht das, was einem politischen Aktionstag im Vordergrund stehen sollte: Stöckelschuh-Trainings.

Allerdings ist nicht jede Werbeaktion am Frauentag zum Scheitern verdammt: Für einen Kurzfilm über „Bertha Benz“, die als erste Frau eine Fernfahrt mit dem Automobil unternahmen, hat Mercedes Benz in diesem Jahr viel positive Aufmerksamkeit bekommen.

Von RND/Christoph Höland

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