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Wirtschaft Einbruch für Schwerlasthafen Rendsburg
Nachrichten Wirtschaft Einbruch für Schwerlasthafen Rendsburg
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19:56 05.02.2018
Von Ulrich Metschies
Der Produktionsstopp hat den Schwerlasthafen Rendsburg schwer erwischt: Betonwerk Bögl in Osterrönfeld. Quelle: Wohlfromm, Jörg
Osterrönfeld

"Wir haben niemals bereut, dass wir diesen Hafen gebaut haben, er ist ein Impulsgeber für die gesamte Region", sagte Rendsburgs Bürgermeister Pierre Gilgenast am Montag bei der Veröffentlichung der Zahlen der Rendsburg Port Authority GmbH (RPA).

Die ringt  nach wie vor um die Ansiedlung neuer Unternehmen auf einem benachbarten Gewerbeareal, mit dem Ziel, die Abhängigkeit vom Großkunden Bögl zu verringern. "Wir führen sehr konkrete Gespräche mit mehreren Interessenten, darunter auch große Unternehmen", sagte RPA-Geschäftsführer Kai Lass, ohne allerdings Einzelheiten zu nennen.

Der mit einer zweistelligen Millionenförderung aus EU- und Landesmitteln finanzierte Hafen war 2012 eigens gebaut worden, um das Betonwerk von Bögl und damit die Fertigung der bis zu 45 Tonnen schweren Turm-Elemente nach Schleswig-Holstein holen zu können. Für den Umschlag stehen zwei Schwerlast-Krane zur Verfügung, die gemeinsam bis zu 250 Tonnen schwere Güter heben können. Doch nur selten haben die Kraftprotze derzeit auch etwas zu tun.

Dies soll sich jedoch in diesem Jahr wieder ändern: "Wir haben von Bögl das Signal bekommen, dass die Produktion von Turmelementen im März wieder anläuft", sagte Frank Schnabel, Geschäftsführer der Schramm-Group, die in Deutschland und Skandinavien insgesamt 16 Häfen betreibt, darunter auch den Schwerlasthafen Rendsburg.

Seine ganz besondere Leistungsfähigkeit werde der Hafen bereits in der zweiten Februar-Hälfte unter Beweis stellen, wenn ein Transformator für das Umspannwerk Schacht-Audorf  mit Hilfe eines Schwimmkrans von Bord eines Schiffes an Land gehievt wird. Gewicht des Trafos: fast 300 Tonnen. 

Um das insgesamt 50 Millionen Euro teure Gesamtprojekt Rendsburg Port einschließlich der angrenzenden Gewerbeflächen zu finanzieren, haben die Eigentümer der Hafengesellschaft - die Stadt Rendsburg, die Kommune Osterrönfeld und der Kreis Rendsburg-Eckernförde - seit 2006 insgesamt rund 8,5 Millionen Euro zuschießen müssen. Unter dem Strich, so Gilgenast, rechne sich das Engagement jedoch allemal: "Wenn man die Gewerbesteuern der Unternehmen berücksichtigt, die vom Hafen leben, liegt das Vorhaben deutlich im Plus." 

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