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Wirtschaft „Wir brauchen einen Wow-Effekt bei der Bahn, keinen Oh-No-Effekt“
Nachrichten Wirtschaft „Wir brauchen einen Wow-Effekt bei der Bahn, keinen Oh-No-Effekt“
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17:46 20.11.2018
Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer (rechts) und der DB-Vorstandsvorsitzender Dr. Richard Lutz (links) im Führerhaus des ICE vor der Pressekonferenz. Quelle: imago/Markus Heine
Berlin

Auch wenn am Nebengleis gerade ein Zug mit 150 Minuten Verspätung angekündigt wird: ICE 2588 verlässt den Bahnhof „Berlin-Gesundbrunnen“ pünktlich. Keine Verspätung, keine technischen Probleme. Alles andere wäre auch ein Super-Gau gewesen für die Bahn.

Konzernchef Richard Lutz hat zum PR-Termin eingeladen - zusammen mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Eine „rollende Pressekonferenz” mit einem nagelneuen ICE4 auf dem Bahn-Ring rund um Berlin soll es werden. Da darf natürlich nicht schiefgehen. Die Presseteams aus Verkehrsministerium und Bahn-Tower haben alles minutiös geplant.

Anders als geplant geht es nur am Rande um das Thema, das die Bahn an diesem Tag eigentlich setzen wollte: Dass die Bahn immer mehr für den Klimaschutz tut und im Fernverkehr mit 100 Prozent Ökostrom gefahren wird. Deshalb hat dieser ICE4 ja auch grüne Streifen. Zum beherrschenden Thema werden wie so oft bei der Bahn die Probleme mit der Pünktlichkeit.

Der Zug ist gerade angefahren, da liest Verkehrsminister Scheuer Konzernchef Lutz auch schon die Leviten. „Wir brauchen einen Wow-Effekt bei der Bahn, keinen Oh-No-Effekt”, fordert der CSU-Politiker. Lutz reagiert kleinlaut. Es gebe nicht die eine „silberne Kugel“, mit der man treffen müsse, um das Ziel zu erreichen. Erst im Sommer hatte er erklärt, die anvisierten 82 Prozent Pünktlichkeit im Fernverkehr, was weniger als 6 Minuten Verspätung bedeutet, nicht mehr zu erreichen sind.

Lesen Sie auch: Deutsche Bahn: mehr Kunden, mehr Verspätungen, weniger Gewinn

Um die Bahn fit für die Zukunft zu machen, fordert Lutz vom Bund rund fünf Milliarden Euro für Investitionen in den nächsten vier Jahren. Verkehrsminister Scheuer gibt sich da während der Fahrt im ICE 2588 allerdings extrem zurückhaltend: „Wir können nicht Blankoschecks verteilen. Es ist vor, dass wir viel fördern, aber auch, dass wir viel fordern.“

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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