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14:51 02.11.2012
Von Jörn Genoux
Nicht nur bei den Schwartauer Werken läuft es derzeit rund. Insgesamt verzeichnet die Ernährungswirtschaft hohe Umsatzzuwächse. Quelle: hfr
Kiel

Die norddeutsche Wirtschaft präsentiert sich unterm Strich „in guter Verfassung“. Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg bewerten das laufende Jahr überwiegend positiv, ergab die Umfrage des Unternehmensverbandes UVNord. Für 2013 seien die Aussichten „aber deutlich eingetrübt“, stellte UVNord-Präsident Uli Wachholtz fest.

 Er beruft sich dabei auf die aktuelle Umfrage seines Verbandes bei 152 Unternehmen mit 75.000 Mitarbeitern in den beiden Bundesländern. Dass in den Betrieben für das kommende Jahr eher eine skeptische Sicht überwiegt, liegt laut Wachholtz vor allem an den Meldungen über die sich verschlechternde Weltkonjunktur. Aktuell ist die Lage in den meisten Unternehmen stabil – und das heißt, das Geschäft läuft weiter gut. Rund 42 Prozent der befragten Firmen verzeichnen Umsatzsteigerungen, im Durchschnitt liegen sie bei neun Prozent. In mehr als einem Drittel (34 Prozent) bleiben die Umsätze auf dem Niveau des Vorjahres, ein Viertel (24 Prozent) muss Rückgänge verzeichnen, durchschnittlich von sieben Prozent. Die Auslandsnachfrage entwickelt sich weiter positiv, mehr als zwei Drittel der Betriebe exportieren mehr oder genau so viel wie im Vorjahr. Deutlich höher als 2011 sind die Investitionen. Die 152 Unternehmen werden in diesem Jahr 2,2 Milliarden Euro investieren, fast ein Drittel davon gehen in eine Erweiterung der Kapazitäten.

 Beim Blick auf die Branchen zeigt sich, dass die Ernährungsindustrie am zuversichtlichsten ist. Mehr als zwei Drittel der Firmen melden gestiegene Umsätze und höhere Exporterlöse. Stabil ist die Lage in der Metall- und Elektroindustrie und der Chemischen Industrie sowie im Dienstleistungssektor. Nur in der Bauwirtschaft „hat sich die positive Stimmung aus dem Sommer gelegt“, stellte Wachholtz fest. Neue Stellen werden allerdings kaum noch geschaffen. Die meisten Unternehmen (75 Prozent) halten das Beschäftigungsniveau. Allerdings berichtete Wachholtz davon, dass es zunehmend schwer werde, Fachkräfte zu finden, 62 Prozent der Betriebe hätten darauf hingewiesen.