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Wirtschaft Noch 7500 Lehrstellen nicht besetzt
Nachrichten Wirtschaft Noch 7500 Lehrstellen nicht besetzt
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14:56 23.07.2017
Von Anne Holbach
Betriebe haben es oft schwer, geeignete Kandidaten zu finden. Die Bundesagentur für Arbeit appelliert an die Unternehmen, auch schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben. Quelle: dpa
Kiel

Laut Arbeitsagentur suchen 7516 junge Menschen einen Ausbildungsplatz.„Die Zahlen zeigen, dass noch ganz viel geht, wenn Bewerber flexibel sind“, sagt Margit Haupt-Koopmann, Arbeitsagentur-Chefin der Regionaldirektion Nord. Die Liste der unbesetzten Azubiposten führt der Einzelhandel an, dem 675 angehende Kaufleute fehlen. Ebenso gut sind die Chancen im Verkauf, wo 550 Stellen frei sind. Auch Köche, Elektroniker oder Hotelfachleute sind gefragt. An die Betriebe appelliert Haupt-Koopmann: „Nutzen Sie die noch verbleibende Zeit und seien Sie kompromissbereit. Geben Sie auch Bewerbern mit Ecken und Kanten eine Chance.“

Laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat bundesweit fast jeder zehnte Ausbildungsbetrieb nicht eine einzige Bewerbung erhalten. „Uns geht der Nachwuchs aus“, warnt DIHK-Präsident Eric Schweitzer. 2016 blieben bei 31 Prozent der Firmen die Lehrstellen unbesetzt, in Schleswig-Holstein waren es auch fast ein Drittel.

Schleswig-Holstein Angaben in Euro">

Ähnliche Zahlen in diesem Jahr erwartet Hans Joachim Beckers, Bereichsleiter für Aus- und Weiterbildung bei der IHK zu Kiel. Zu Monatsbeginn waren 6588 Ausbildungsverträge in Industrie, Handel und Dienstleistungen bei den IHKs Kiel, Lübeck und Flensburg eingetragen – 219 mehr als im Juli 2016. „Wenn jährlich etwa 3500 Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, ist das eine Fehlsteuerung, die für volkswirtschaftliche Probleme sorgt“, sagt Beckers. Betriebe könnten Aufträge nicht annehmen oder müssten Öffnungszeiten kürzen, weil das Personal fehle. Viele Bewerber brächten unzureichende Voraussetzungen mit, sagt Beckers. Gleichzeitig entschieden sich mehr junge Menschen für eine Hochschullaufbahn. Die größten Probleme vermeldete laut DIHK das Gastgewerbe, wo 2016 mehr als die Hälfte der Azubi-Plätze vakant blieben.

Ein Grund könnte das Gehalt in der Branche sein: Mit monatlich 560 Euro im ersten Ausbildungsjahr schneidet das Gastgewerbe beim Lohnvergleich schlecht ab. „Das Klagelied der Arbeitgeber ist verständlich, aber sie könnten ja etwas dagegen tun“, sagt Manuel Gellenthin, Landesjugendsekretär der Gewerkschaft Verdi. Nicht nur eine ausreichende Vergütung, sondern auch gute Bedingungen – etwa dienstfrei nach einem Berufsschultag – spielten bei der Stellenauswahl eine Rolle.

Siemens-Chef Joe Kaeser greift durch. Zu geschäftsschädigend war der Fall um die illegal auf die Krim gelangten Gasturbinen. Die Minderheitsbeteiligung an der russischen Firma, die für das Debakel veranwortlich ist, stößt Siemens nun ab.

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