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09:00 13.03.2019
Von Christin Jahns
Niels Krause (links) und Alexander Stüben machen eine Ausbildung bei Mobilcom-Debitel in Büdelsdorf. Ihnen gefällt besonder das praktische Arbeiten. Quelle: eis - Thomas Eisenkrätzer
Büdelsdorf

Für Niels Krause (20) war früh klar, dass sein Weg ins Berufsleben nicht im Hörsaal einer Universität oder Fachhochschule, sondern direkt im Unternehmen starten soll. Nach seinem Abitur 2017 entschied er sich deshalb für eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement bei Mobilcom-Debitel in Büdelsdorf. „In der Schule lernt man viel Theorie und weiß oft gar nicht, wofür man die eigentlich braucht“, erzählt Krause. „Mir war wichtig, dass ich mein Wissen auch anwenden kann.“

Nicht besetzte Ausbildungsplätze kosten 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum

Junge Menschen wie Niels Krause sind bei den Unternehmen im Norden gefragt. Viele von ihnen suchen händeringend nach Azubis. „Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt waren noch nie so gut wie heute“, sagt Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord). So sei der Ausbildungsmarkt inzwischen ein reiner Bewerbermarkt. Für die Unternehmen bedeute das, dass sie es nicht mehr nur mit einem reinen Fachkräfte-, sondern mit einem Arbeitskräftemangel zu tun haben, der besonders kleinere Betriebe vor große Herausforderungen stelle. „Die nicht besetzten Ausbildungsplätze haben uns im vergangenen Jahr etwa 0,2 Prozent Wirtschaftswachstum gekostet“, sagt Fröhlich. Aus diesem Grund möchte der UV Nord die aktuell laufende Woche der Ausbildung nutzen, um Abiturienten die Möglichkeiten aufzuzeigen, die eine Ausbildung bieten kann.

Auch die Bundesagentur für Arbeit wirbt in diesem Rahmen für die duale Ausbildung. So bricht etwa ein Drittel der Studienanfänger das erste Studienfach ab und entscheidet sich noch einmal neu, sagt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord. „Diese Erfahrung könnte man vielen jungen Menschen ersparen, wenn man sie vorher gut informiert und ihnen klar macht, dass die meisten Ausbildungen mit einem Blaumann nicht mehr viel zu tun haben, da die IT selbst im Handwerk längst Einzug gehalten hat.“

Das Studium hat einen besseren Ruf als die Ausbildung

Trotzdem entscheidet sich nach wie vor ein Großteil der Abiturienten für ein Studium. Als Grund nennt Sandra Bockholt, Teamleiterin beim Arbeitgeberservice Mittelholstein in Rendsburg, vor allem die langfristig höheren Verdienstmöglichkeiten sowie den besseren Ruf des Studiums. Die Arbeitsagentur wirbt deshalb bei Eltern und Schülern dafür, dass auch eine Ausbildung ein solides Fundament mit finanziellen Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann.

Damit die Ausbildung wieder beliebter wird, müssen sich aber auch die Unternehmen mehr anstrengen. Mobilcom-Debitel etwa bietet seinen Azubis Mitarbeiterautos und Fitnesskarten an, da ohne Anreize immer weniger junge Menschen bereit sind, für eine Ausbildung aufs Land zu ziehen. „Viele überlegen sich inzwischen genau, für wen sie arbeiten wollen“, sagt Ausbildungsleiterin Andrea Kühl. „Die Bedürfnisse haben sich geändert. Den Jugendlichen ist wichtig, dass sie bei den Kollegen dazugehören, die Sicherheit haben, übernommen zu werden, und interessante Aufgaben bekommen.“

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