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Wirtschaft 1378 neue Wohnungen sind im Bau
Nachrichten Wirtschaft 1378 neue Wohnungen sind im Bau
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10:03 20.06.2018
Von Anne Holbach
Bauen, bauen, bauen: In einem Drittel aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte fehlt Wohnraum. Quelle: Arno Burgi
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Kiel

Allein die Wankendorfer – eines der größten Wohnungsbauunternehmen im Land – hat kürzlich angekündigt, dass bis 2021 unter ihrer Federführung rund 200 neue Objekte entstehen sollen. Andere Genossenschaften im Land peilen ähnliche Dimensionen an. Die Wohnungs-Genossenschaft Kiel eG (WOGE) will im gleichen Zeitraum rund 170 neue Wohnungen errichten, so eine Sprecherin auf Anfrage. Sie sollen beispielsweise in Kiel und Bordesholm entstehen. Das Genossenschaftliche Wohnungsunternehmen Eckernförde (GWU) hat für das laufende und kommende Jahr rund 140 neue Wohnungen in Eckernförde, Gettorf und Kronshagen geplant.

Laut dem Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) haben dessen Mitglieder in diesem Jahr insgesamt die Fertigstellung von 1378 Wohnungen geplant. 2017 seien 792 neue Objekte schlüsselfertig übergeben und 204 Millionen Euro für Neubauten ausgegeben worden. In den kommenden Jahren wollen die VNW-Mitglieder das Bauvolumen auf dem diesjährigen Stand halten, teilte ein Sprecher mit.

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In einem Drittel aller deutschen Kreise und kreisfreien Städte fehlt Wohnraum, wie das Gutachterinstitut Prognos ermittelt hat. Die Landesregierung hatte den Bedarf an zusätzlichen Wohnungen in Schleswig-Holstein zuletzt bis 2030 auf bis zu 154.000 Quartiere beziffert. „Unter den gegebenen Rahmenbedingungen ist es unrealistisch, dass diese Zielmarke erreicht werden kann“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner unserer Redaktion.

Laut Statistikamt Nord sanken in den ersten drei Monaten dieses Jahres in Schleswig-Holstein die Auftragseingänge im Wohnungsbau um elf Prozent auf 143 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal. „Es gibt viele bürokratische Hemmnisse, die den Bau bezahlbarer Wohnungen behindern“, so Breitner. Aus seiner Sicht wären aber nicht nur kürzere Genehmigungsverfahren notwendig. „Wegen des Baubooms sind die Kapazitäten der Bauwirtschaft erschöpft und das führt zu hohen Kosten.“ Nicht zuletzt fehle es an ausreichend Baugrundstücken.

„Wenn es gelingen soll, das von der Landesregierung ausgegebene ehrgeizige Wohnungsbauziel zu erreichen, bedarf es einer konzertierten Aktion der Rathäuser, der Landesregierung, des Landtages und der Wirtschaft.“