Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft TKMS digitalisiert den U-Bootbau
Nachrichten Wirtschaft TKMS digitalisiert den U-Bootbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:56 04.11.2019
Von Frank Behling
Die Werft TKMS in Kiel soll zu Europas modernster Marinewerft werden. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Name der Konzernmutter in Essen ist nicht immer von Vorteil. Die Liste mit den schlechten Nachrichten, die aus dem Thyssen Krupp-Konzern kommen, ist lang: Einsparungen, Standortschließungen und Personalabbau waren zuletzt die Meldungen, die aus Essen verbreitet wurden. Für die Kieler Schiffbauer indes sind diese Neuigkeiten eher kontraproduktiv. „Wir sind als Bestandteil von Thyssen Krupp ganz erfolgreich unterwegs und wollen auch wachsen“, stellt Rolf Wirtz klar. Er ist Vorstand der in Kiel ansässigen Thyssen-Krupp-Tochter TKMS.

Das Thyssen-Image hilft nicht gerade

6000 Mitarbeiter umfasst das Unternehmen an Standorten in Kiel, Wedel, Hamburg, Bremen und Emden. 500 weitere Stellen sollen bis Ende nächsten Jahres hinzukommen. Dabei kämpft auch Personalchef Bernd Hartmann mit dem schlechten Thyssen-Image auf dem Arbeitsmarkt. „Bei uns ist die Lage aber anders. Wenn wir über neue Arbeitsplätze reden, reden wir über unbefristete Arbeitsverträge“, so Hartmann. Die Liste der offenen Stellen reicht vom IT-Experten über Rohrschlosser bis hin zu Ingenieuren.

„Besonders für die Fertigung suchen wir in Kiel. Hier sind die Auftragsbücher voll“, so Wirtz. So weit, den alten Werftnamen HDW wieder als Marke einzuführen, will der Vorstand aber nicht gehen.

Produktion mithilfe von 3-D-Brillen

In den Hallen der Werft ist es aber auch schon jetzt voll. Viel hat sich getan. Früher wurden beispielsweise in der großen Halle 10 Sektionen für Frachtschiffe oder Fähren montiert. Jetzt fertigt dort ein gewaltiges Fräswerk Rumpfsektionen für neue U-Boote. In den Rumpfscheiben arbeiten Frauen und Männer zum Teil schon jetzt ohne Papier-Zeichnungen.

„Wir wollen als Werft von Morgen auf einer digitalen Autobahn unterwegs sein“, gibt Luis Alejando Orellano, Vorstandsmitglied für die Betriebsabläufe, den Kurs vor. Wie das aussieht, zeigen Mitarbeiter mit den von Microsoft entwickelten „Hololens“-Brillen. Diese Brillen projektieren dem Arbeiter die Zeichnungen in 3-D direkt ins Sichtfeld. „Dabei kann der Mitarbeiter dann jederzeit sehen, welcher Fertigungsstand bereits erreicht wurde und was als nächstes zu tun ist. Und das alles ohne eine Zeichnung aus Papier“, so Orellano.

2020 Spatenstich für die 40 Meter hohe Schiffsbauhalle

Klassische Papierzeichnungen gibt es aber noch für den Umbau der Werft. Allein schon deshalb, weil die städtische Bauplanung der Landeshauptstadt darauf besteht. Sechs größere Bauprojekte sollen entstehen. Im September 2020 ist der Spatenstich für die 200 Meter lange und knapp 40 Meter hohe Schiffsbauhalle geplant. Sie wird das Bild der Werft so verändern, wie es bei den Großwerften in Wismar, Warnemünde oder Papenburg bereits der Fall ist. Auf 1000 Pfählen von jeweils 25 Metern Länge wird die Gründung erfolgen. Die Fassade und das Dach sollen eine moderne Architektur bekommen. Die Gremien der Stadt wurden deshalb bereits ins Boot geholt.

Ein Parkhaus soll Entspannung bringen

Das Baufeld wird gerade freigemacht und für die erste Hürde vorbereitet: die Kampfmittelbergung. 5000 Sondierungsbohrungen sind erforderlich. Sechs Monate sind dafür vorgesehen. Angesichts der vielen Bomben, die im Zweiten Weltkrieg auf dieses Gelände fielen, wird mit einigen Blindgängern gerechnet.

Entspannung verspricht die Werft hingegen für die Anwohner in Gaarden. Die Parksituation war bereits in der Vergangenheit Anlass für Beschwerden. Die Planer haben deshalb nun ein vierstöckiges Parkhaus gleich an der Werftstraße vorgesehen. In die langfristige Verkehrsplanung sind aber auch die Anbindung an eine mögliche Stadtbahn und die neue Flotte der Fördeschiffe geplant.

Mini-U-Boote für Forscher und Fischer

Es gibt aber auch noch andere Projekte. So präsentierte Technik-Vorstand Andreas Burmester neue Unterwasser-Systeme, die auch für zivile Aufgaben gedacht sind. Mit dem autonomen Unterwasserfahrzeug „oXeanseeker“ ist das TKMS-Start-up „oXeanpedia“ in den Meeren unterwegs. „Das System eignet sich zum Beispiel für das Aufspüren und Identifizieren von Fischarten im Meer“, so Burmester. Fischer und Forscher sind Zielgruppe für diese Mini-U-Boote. Tauchfahrzeuge für die zivile Nutzung sind ein neuer Geschäftszweig der Werft. Auch die Nutzung neuer Batterie-Arten sowie mobiler Brennstoffzellen ist ein Thema. „Es mangelt nicht an Projekten für die Zukunft“, sagt Burmester.

Waren Sie schon mal in einer zerrütteten Beziehung? Dann wissen Sie ja, wie schwer es ist, loszulassen. Ein Psychotherapeut verrät einen Trick, der bei der Entscheidung hilft: Gehen oder bleiben?

04.11.2019

Dass Thomas Cook zerschlagen wird, steht nun fest. Die Insolvenzverwaltung teilte am Montag mit, kein belastbares Angebot für das Unternehmen als Ganzes erhalten zu haben. Doch für einige deutsche Marken könnte es weitergehen.

04.11.2019

Seit Wochen steuerte der Dax darauf zu, nun hat er es geschafft: Der wichtigste deutsche Aktienindex hat am Montag die 13000-Punkte-Marke überschritten. Das liegt auch daran, dass sich endlich Entspannung im Streit über US-amerikanische Autozölle abzeichnet.

04.11.2019