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12:42 19.08.2019
Von Katharina Horban
Der TAN-Generator ist eine Möglichkeit, sicher im Netz unterwegs zu sein.  Quelle: Christin Klose
Kiel

Dafür identifizieren sich die Käufer zusätzlich zu den Daten auf der Kreditkarte mit einem weiteren Sicherheitsmerkmal wie einem Zusatzpasswort oder einem Fingerabdruck per Smartphone. Diese Zwei-Faktor-Authentifizierung gilt für Verbraucher beim Bezahlen und bei Bankgeschäften im Internet, Bankkunden müssen grundsätzlich jede Onlineüberweisung oder jede Kartenzahlung mit dieser starken Authentifizierung freigeben.

HDE: Viele Händler könnten sich nicht rechtzeitig vorbereiten

Die anstehenden Veränderungen sind dem Handel, den Verbrauchern und den Kreditinstituten zwar schon seit der Verabschiedung der EU-Richtlinie 2015 bekannt, doch die technischen Details hat die Europäische Bankenaufsicht erst im März 2018 veröffentlicht.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) kritisiert zum Beispiel, dass viele Händler ihre Onlineshops nicht rechtzeitig umstellen können und auch die Kunden noch nicht ausreichend informiert seien über die Zwei-Faktor-Authentifizierung. So könnte anfangs mancher Einkauf scheitern, weil die Zahlung von Kundenseite nicht abgewickelt werden kann.

Verbraucherzentrale sieht den Sicherheitsgewinn

„Nicht alles ist schlecht, was neu ist“, beruhigt hingegen Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Für ihn steht der erhebliche Sicherheitsgewinn durch die Einführung einer dynamischen Tan beim Bezahlen im Vordergrund. Herte erklärt die starke Authentifizierung anhand dreier Worte: wissen, besitzen, sein.

Erstens müsse der Nutzer für den Bezahlvorgang etwas wissen, nämlich seine Pin oder sein Passwort, zweitens müsse dieser etwas besitzen, sein Handy oder einen Tan-Generator, und drittens sei ein Teil von ihm wichtig, also ein Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung.

Auch ohne Smartphone ist Online-Banking weiter möglich

Da man inzwischen vom Idealfall ausgeht, nämlich einem Bankkunden mit Smartphone, ist es Herte zufolge wahrscheinlich, dass die weniger technikaffinen Leute Probleme mit den neuen Regeln haben. Doch auch für diejenigen ohne Smartphone gebe es genug andere Authentifizierungsmethoden, hier müsse man in den Kontakt mit der jeweiligen Bank treten. Die Sorge, dass ab Mitte September ein Chaos bei elektronischen Bezahlvorgängen drohen könnte, ist für den Finanzexperten eher unbegründet.

„Gerade für Unternehmen im Großraum Kiel mit einem großen Kundenanteil aus Skandinavien ist die Umstellung auf die neuen Sicherheitsbestimmungen im elektronischen Zahlungsverkehr ein Muss“, erklärt Julia Körner von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel. Dabei bezieht sich die Handelsbetreuerin auf Gespräche mit Mitgliedsunternehmen aus dem Bereich Handel, Gastronomie und Hotellerie.

Einige stationäre Anbieter überlegen, auf EC-Karten zu verzichten

Laut Körner überlegen einige stationäre Anbieter, ob sie zukünftig auf Kreditkartenzahlung verzichten und für die Zahlung nur noch EC-Karte und Pin anbieten. Größere Online-Händler in der Region stellen gerade um und ermöglichen meist auch alternative Zahlungsmöglichkeiten zur Kreditkartenzahlung. Herausforderungen sehen die Mitgliedsunternehmen der IHK vor allem in der technischen Umsetzung und in der Kommunikation mit den Kunden.

Internetriesen haben bessere Startbedinungen

Für Internetriesen wie Amazon und kleine Online-Händler würden grundsätzlich unterschiedliche Startbedingungen gelten: Diese großen Konzerne hätten es schon allein wegen ihrer größeren Verwaltungsstrukturen leichter bei der Umstellung als kleine Händler. Wenn diese nur einen geringen Teil ihres Umsatzes im Internet erzielen, ist es Körner zufolge möglich, dass sie den Online-Handel ganz aufgeben.

Mittelgroße Unternehmen, die vom Handel im Netz stärker abhängig sind, können sich den Luxus, darauf zu verzichten, nicht leisten – und sind demnach von der Umstellung am stärksten betroffen. „Vielen ist nicht bewusst, dass das Thema vor der Tür steht“, fällt Körner auf der Verbraucherseite auf.

Die neuen Regeln sind ab 14. September verpflichtend

Die rechtlichen Regelungen der EU-Richtlinie seien kompliziert, es handele sich um kein charmantes Thema. Und doch bleibt den Bürgern und den Online-Händlern ab dem 14. September keine Wahl, die neuen Regeln sind verpflichtend: „Die Umstellung kostet, aber langfristig wird sich der Sicherheitsgewinn für beide Seiten auszahlen“, so Körner.

Der Firmengründer des Dänischen Bettenlagers, Lars Larsen, ist tot. Er starb am Montag im Alter von 71 Jahren nach einer schweren Krankheit. 2019 wurde bei ihm Leberkrebs diagnostiziert. Er hinterlässt Ehefrau Kristine, zwei Kinder und vier Enkelkinder.

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