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Wirtschaft Amazon legt im Norden nach
Nachrichten Wirtschaft Amazon legt im Norden nach
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09:41 25.07.2019
Von Ulrich Metschies
Für den Standort Borgstedt bei Büdelsdorf hat sich Amazon zur Freude von Wirtschaftsförderer Kai Lass bereits entschieden. Nun plant der Online-Konzern auch südlich des Kanals einen Logistikstandort.  Quelle: Uwe Paesler
Nützen

Groß war die Freude, als der Online-Riese Amazon Ende März bekannt gab, in Borgstedt bei Büdelsdorf sein bislang nördlichstes Verteilzentrum in Deutschland zu errichten. Mit Amazon, schwärmte Kai Lass, Chef-Wirtschaftsförderer des Kreises Rendsburg-Eckernförde, sei die Mitte Schleswig-Holsteins „aufgestiegen in die Champions League der Logistik-Standorte“. Allein 20 Millionen Euro nimmt der Projektentwickler für Grundstückskauf und Hallenbau in die Hand. Hinzu kommen die Investitionen, die Amazon in die technische Ausrüstung des Zentrums stecken wird.

Ansiedlung diesmal südlich des Kanals

Doch das soll es noch längst nicht gewesen sein mit Amazon in Schleswig-Holstein. Nach Informationen der KN-Online plant der Konzern einen weiteren Logistikstandort direkt an der Autobahn 7, diesmal allerdings südlich des Nord-Ostsee-Kanals – genauer: auf dem Areal des Bebauungsplans 4.2 „Gewerbegebiet östlich der BAB 7“ der 1200-Seelen-Kommune Nützen im Kreis Segeberg.

Gerücht wabert schon länger durch die Politik

Durch die Kommunalpolitik vor Ort wabert das Gerücht schon länger. Bereits im Mai hatte Nützens Bürgermeister Klaus Brakel der Gemeindevetretung berichtet, dass Amazon auf besagtem Areal eine Betriebsstätte errichten wolle. Anfang dieser Woche ploppte das Thema erneut auf, diesmal in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses in Kaltenkirchen. Dort stellte CDU-Fraktionschef Hauke von Essen Bürgermeister Hanno Krause die Frage, was denn nun dran sei an dem Gerücht, dass sich Amazon unmittelbar vor den Toren Kaltenkirchens ansiedeln wolle. Krause sagte, dass Amt Kaltenkirchen-Land habe ihm ein entsprechendes Interesse bestätigt. 300 Arbeitsplätze seien in Aussicht gestellt worden.

Eine offizielle Bestätigung steht noch aus

Amazon wollte das Vorhaben auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. Auch Politik und Verwaltung halten sich auf die Frage nach Details bedeckt. Weder Brakel noch Krause waren am Mittwoch für eine Stellungnahme zu erreichen. Hinter vorgehaltener Hand ist lediglich zu hören, dass es um eine sehr große Fläche gehe, und dass Verträge zwischen privaten Grundeigentümern und einem Projektentwickler bereits unterschrieben seien. Insgesamt umfasst der B-Plan eine Fläche von elf Hektar. Wie viel davon sich Amazon sichert, ist bislang nicht durchgesickert.

Flächenverbrauch ist erheblich

Ob die Ansiedlung von Amazon für die Gemeinde Nützen und die Stadt Kaltenkirchen ein Hauptgewinn ist, wird in der Kommunalpolitik durchaus kontrovers diskutiert: „Ich habe die große Sorge, dass die Verkehrsbelastung erheblich zunimmt“, sagt etwa CDU-Mann von Essen. Auch Lars Wrage, Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises Segeberg, sieht großformatige Logistik-Ansiedlungen nicht nur positiv: „In Zeiten knapper Gewerbeflächen müssen Kommunen gut abwägen, ob sie große Areale für Logistik ausgeben oder lieber auf kleinere und dafür werthaltigere Ansiedlungen setzen.“

Bauarbeiten in Borgstedt laufen auf Hochtouren

Sei Kollege Lass vom Kreis Rendsburg-Eckernförde ist da euphorischer: „Amazon ist ein Projekt mit Strahlkraft für die ganze Region.“ Im Gewerbegebiet Borgstedtfelde laufen die Bauarbeiten inzwischen auf Hochtouren. Im ersten Schritt werden in einer provisorischen Halle 100 Arbeitsplätze entstehen, im Mai 2020 sollen in der richtigen Halle auf einer Fläche von 7800 Quadratmetern rund 250 Menschen arbeiten. Hinzu kommen dann in Spitzenzeiten bis zu 800 Fahrer, die die bestellten Sendungen – die per Lkw nach Borgstedt kommen – landesweit ausliefern Um die in Spitzenzeiten erwarteten 1600 Auslieferungsfahrten zu organisieren, will Amazon mit Kurierdiensten zusammenarbeiten. Eine Beeinträchtigung des Verkehrs durch Pulks von Transportern oder anliefernde Lkw erwartet die Kommune nicht.

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