Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wissen Alkohol und Rauchen treiben Krankenstand hoch
Nachrichten Wissen Alkohol und Rauchen treiben Krankenstand hoch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 05.06.2019
Fast jeder zehnte Arbeitnehmer hat laut DAK-Studie einen riskanten Alkoholkonsum und fällt dementsprechend öfter bei der Arbeit aus. Quelle: Marijan Murat/dpa
Stuttgart

Für manche gehört es zu einem anständigen Feierabend dazu: das Bier. Wieder andere entspannen an der Konsole beim Zocken, und Rauchern sind die Zigarettenpausen während der Arbeit heilig. Zunächst erscheint das nicht als großes Problem – doch die Laster haben Auswirkungen. Denn laut einer Studie der Krankenkasse DAK führt der Konsum von Alkohol und Tabak viel häufiger als zunächst gedacht zu Fehltagen am Arbeitsplatz.

Insgesamt gibt es nach der DAK-Studie unter den Erwerbstätigen 6,5 Millionen abhängige Raucher, 400.000 erfüllen die Kriterien einer Internet Gaming Disorder (Computerspielsucht) und 160.000 Erwerbstätige sind alkoholabhängig. Arbeitnehmer mit Hinweisen auf eine so genannte Substanzstörung fehlen deutlich öfter im Job als ihre Kollegen ohne auffällige Probleme, so ein Ergebnis.

Psychische Leiden und Rückenschmerzen

Da Alkohol oder Tabak aber nur selten Teil der Diagnose für eine Krankmeldung sind, sei eine Sucht schwer nachzuweisen. Deshalb haben die Autoren den Krankenstand von zwei verschiedenen Gruppen verglichen: Mitarbeiter mit auffälligem Konsum von Alkohol, Tabak oder anderen Substanzen haben einen doppelt so hohen Krankenstand wie Beschäftigte ohne Auffälligkeiten. Sie fallen auch aus zunächst unauffälligen Gründen häufiger aus, zum Beispiel wegen psychischer Leiden oder Rückenschmerzen.

Abhängigkeiten wirken sich auch im Arbeitsalltag negativ aus: Die Angestellten seien unkonzentriert, zu spät oder gingen früher in den Feierabend. Auch die Sucht nach Nikotin kann die Arbeit beeinträchtigen, denn fast jeder zweite Raucher greift während der Arbeitszeit zur Zigarette. Laut Report sind das 22 Prozent aller Arbeitnehmer.

Lesen Sie auch:
Weltweit wird immer mehr Alkohol getrunken

Großteil der Krankmeldungen wegen Alkohol

Wenn es direkte Krankmeldungen wegen Suchtproblemen gibt, dann ist der Großteil auf Alkohol zurückzuführen. Laut Studie hat jeder zehnte Arbeitnehmer einen riskanten Alkoholkonsum. Besonders junge Menschen seien betroffen: Jeder Sechste zwischen 18 und 29 Jahren trinke zu viel. Als riskante Trinker gelten Männer, die mehr als zwei 0,3- Liter-Gläser Bier am Tag trinken. Bei Frauen liegt die Grenze bei einem Glas.

Doch gerade die Arbeitsstelle ist laut Beschäftigtenbefragung ein Risiko. Der Anteil der Beschäftigten mit einem Alkoholproblem ist größer, je häufiger sie an der Grenze der Leistungsfähigkeit gearbeitet haben. Emotional belastende Situationen und ständiger Termin- und Leistungsdruck werden ebenfalls als Risikofaktor für erhöhten Alkoholkonsum genannt.

Erstmals wurde Computerspielsucht untersucht

Zum ersten Mal hat die DAK auch das Computerspielverhalten von Angestellten in den Blick genommen. Bei rund 7 Prozent gehen die Autoren von einem riskanten Verhalten aus. Wie beim Alkohol ist auch hier der Anteil bei jungen Beschäftigten am höchsten. Jeder vierte riskante Spieler zockt sogar während der Arbeitszeit, und 9,7 Prozent haben sich schon wegen des Spielens krankgemeldet. Die WHO hat erst vor kurzem die Videospielsucht als Krankheit anerkannt.

Für die Untersuchung hat die Krankenkasse unter anderem die Daten von rund 293.000 Versicherten im Südwesten ausgewertet, rund 1000 Beschäftigte im Land befragt und Experteninterviews geführt.

Lesen Sie auch:
Computerspiele: Experten warnen vor Suchtgefahr für Kinder

Von RND/dpa/ame

Was passiert bei einer Scheidung mit dem eigenen Haus oder der Wohnung? Das ist eine häufige Streitfrage. Hinzu kommt, dass der Vertrag für den Immobilienkredit angepasst werden muss. Eine Stichprobe der Verbraucherzentrale zeigt, dass das schnell ins Geld gehen kann.

05.06.2019

Das in Asien vorkommende Nipah-Virus gilt als höchst gefährlich. Es ist ansteckend, kann tödliche Hirnhautentzündung verursachen – und es gibt bislang keine Impfung oder wirkungsvolle Behandlung dagegen. Hoffnung macht eine klinische Studie an Affen.

05.06.2019

Ob Laufrad, Roller oder Fahrrad – sobald Kinder laufen können, interessieren sie sich auch für Fahrzeuge. Was Eltern beachten sollten, damit der Nachwuchs sicher unterwegs ist, lesen Sie hier.

05.06.2019