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Wissen Hitzetipps für Tiere: So helfen Sie Hund und Katze durch heiße Tage
Nachrichten Wissen Hitzetipps für Tiere: So helfen Sie Hund und Katze durch heiße Tage
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12:46 25.06.2019
Tiere sollte man im Sommer niemals in geparkten Autos lassen – Sauerstoffmangel bis hin zu Kreislaufversagen können im schlimmsten Fall zum Tod führen. Quelle: Robert Günther/dpa-tmn
Berlin

Vielen Menschen wird durch starke Hitze übel oder sie haben Kreislaufprobleme. Auch die Lieblinge des Menschen – die Hunde und Katzen - leiden, wenn es richtig heiß ist. Mit den folgenden Tipps machen es Tierbesitzer ihren Vierbeinern im Sommer so angenehm wie möglich.

Heiße Tage: Viel Trinkwasser bereitstellen

Besonders wichtig sei es, immer genügend Trinkwasser bereit zu stellen, sagt Lea Schmitz, Sprecherin vom Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Anders als Menschen kühlen Hunde ihre Körper nicht mit Schwitzen, sondern durch Hecheln und Trinken.

Katzen können auch nicht schwitzen“, sagt Tierärztin Astrid Behr vom Bundesverband praktizierender Tierärzte in Frankfurt. Sie verschaffen sich Abkühlung durch die Atmung und legen sich ruhig hin. Futter sollte übrigens bei Hitze nicht lange stehen bleiben. Sonst sammeln sich dort Bakterien, Fliegen legen eventuell ihre Eier in den Napf, erklärt Behr. Das könne Magen-Darm-Probleme verursachen.

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Hund mit Wasser abkühlen

Schön für den Hund ist es bei Hitze, ihn mit dem Gartenschlauch abzuspritzen oder eine Runde schwimmen zu gehen, so Behr. Wer diese Möglichkeiten nicht hat, kann auch ein großes Handtuch befeuchten, es zehn Minuten in den Gefrierschrank legen und dann über dem Hund ausbreiten.

Im Video: So bauen Sie sich Ihre eigene Klimaanlage

Abkühlung mit Eis: Dürfen Hunde Speiseeis essen?

Dr. Julia Tünsmeyer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) rät von herkömmlichem Speiseeis ab, da es zuviel Zucker und Fett enthält. „Auf gar keinen Fall darf Hunden Diabetikereis mit dem Zuckerersatzstoff Xylit gefüttert werden, weil dieser Stoff hochgiftig für Hunde ist.“ Es gäbe aber verschiedene Rezepte, um Hundeeis selbst herzustellen. Auch spezielles Hundeeis im Fachgeschäft könne bedenkenlos verfüttert werden. „Eine wirklich effektive Abkühlung erreicht man damit - ähnlich wie beim Menschen - aber nicht“, sagt Tünsmeyer.

Kurzes Fell: Sonnencreme für Hunde notwendig?

Hunde mit sehr hellem oder dünnem Fell, oder Hunde mit kahlen, unbehaarten Stellen innerhalb des Fells, können auch einen Sonnebrand bekommen. „Das Problem mit Sonnencremes ist allerdings, dass sie von vielen Hunden sofort abgeleckt werden“, sagt Dr. Julia Tünsmeyer von der TiHo. Deshalb sollten Tierhalter unbedingt darauf achten, dass in der verwendeten Sonnencreme keine giftige Inhaltsstoffe enthalten sind. Sie empfiehlt spezielle Sonnenprodukte für Tiere oder für Babys.

Den Hund nicht direkter Sonneneinstrahlung auszusetzen, sei aber der beste Sonnenschutz, so die Medizinerin.

Gassi-Gehen: Früh morgens oder spät abends

Von langen Gassi-Gängen in der Mittagszeit rät Schmitz vom Tierschutzbund ab. „Spaziergänge verlagern Hundehalter besser in die frühen Morgenstunden oder auf den Abend“. Solange die Sonne brennt, sollten Hunde besser nur kurz raus. „Man darf die Tiere nicht überbeanspruchen“, rät Tierärztin Behr. „Das Fahrrad fahren mit dem Hund in der Mittagssonne ist ebenfalls ein No-Go.“

Katzen, die Zugang nach draußen haben, haben es einfacher. „Freigänger können sich selbst ein Schattenplätzchen suchen“, sagt Schmitz. Dennoch seien Katzenklappen sinnvoll. So entscheiden die Tiere selbst, ob sie rein oder raus gehen. In der Wohnung sollten sie Zugang zu kühlen und schattigen Räumen haben. „Bei Katzen ist das Badezimmer oder der Keller recht beliebt“, erklärt Schmitz.

Heißer Asphalt: Nichts für empfindliche Hundepfoten

Der Hundehalter sollte unbedingt auch darauf achten, dass der Hund nicht auf zu heißem Asphalt läuft. Hunde können dadurch ihre sehr empfindlichen Pfoten verbrennen. Tipp: Mit der Handfläche oder den nackten Füßen testen, ob der Asphalt für den Menschen zu heiß ist. Wenn ja, dann ist er auch für den Vierbeiner zu heiß.

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Hitzefalle Auto: Hunde nicht im geparkten Wagen lassen

Auf keinen Fall sollten Hunde bei Wärme im geparkten Auto bleiben. Im Innenraum des Wagens steigt laut Schmitz die Temperatur schnell auf 50 Grad - selbst bei geöffneter Scheibe. „Das Auto kann für Hunde zur tödlichen Falle werden“, warnt der Deutsche Tierschutzbund. Sauerstoffmangel, Übelkeit und Kreislaufversagen führen im schlimmsten Fall zum Tod. Selbst beim Gang in den Supermarkt sollten Hundebesitzer ihren Vierbeiner lieber zu Hause lassen, oder zu Nachbarn bringen, rät Schmitz.

Dürfen Passanten Autoscheiben einschlagen, um Hunde zu retten?

„Schlagen aufmerksame Passanten eine Autoscheibe ein, handelt es sich rechtlich gesehen zunächst einmal um eine Sachbeschädigung, die jedoch bei Vorliegen eines sogenannten ’entschuldigenden Notstands’ straflos bleibt“, sagt die Rechtsanwältin für Tierrecht in Viersen, Kristina Trahms.

Allerdings muss sich das Tier dafür auch in einer Notlage, in einer offensichtlich lebensgefährlichen Lage, befinden. Passanten sollten also zuerst versuchen, den Besitzer zu finden oder zu kontaktieren. Bleibt die Suche erfolglos, sollte man einschätzen, ob mit einer baldigen Rückkehr des Besitzers zu rechnen ist. Zudem sollte geprüft werden, wie hoch die Temperaturen im Auto sind und in welcher Verfassung sich der Hund befindet.

„Da aber eine Notlage von dem Handelnden bewiesen werden muss, sollten bei dem Rettungseinsatz Zeugen dabei sein – zur Not auch fremde Passanten“, betont Trahms. Zudem helfen als Beweis Fotos oder Videos, die vom leidenden Tier geschossen werden. Natürlich sollte auch sofort die Polizei alarmiert werden: Diese sei berechtigt, eine Scheibe im Notfall einzuschlagen, sagt Andreas Ackenheil, Rechtsanwalt für Hunderecht in Mainz.

Schlägt man die Scheibe nach allen Vorkehrungen schließlich selbst ein, um ein Tier zu retten, könnte eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung von dem Besitzer des Autos erfolgen. Handelte es sich tatsächlich um eine Notlage, erfolge aber grundsätzlich keine Strafe., so Trahms.

Hitzschlag bei Hunden: Was ist zu tun?

„Als erste Hilfe ist das sofortige Kühlen zunächst die wichtigste Maßnahme“, sagt Dr. Julia Tünsmeyer von der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Am effektivsten ist es, den Hund komplett mit kaltem Wasser nass zu machen und auf dem Weg zum Tierarzt die Lüftung im Auto aufzudrehen. „Nicht zu empfehlen ist es, den Hund mit nassen Tüchern komplett einzuwickeln, weil dann die Wärme über die Verdunstung nicht entweichen kann.“ Auch Eiswasser sei nicht zu empfehlen, da das, durch das Zusammenziehen der Blutgefäße, vermutlich den Wärmeverlust nur noch vermindere.

Hat der Hund eine Körpertemperatur von über 42 Grad Celsius erreicht, ist das lebensgefährlich und kann auch nach einer initialen augenscheinlichen Stabilisierung noch zu verzögert eintretenden Problemen, wie massiven Gerinnungsstörungen oder Nierenversagen, führen.

Wird bei einem Hund ein Hitzschlag vermutet, sollte der Tierhalter sofort zu einem Tierarzt fahren.

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Von RND/bk/dpa/js

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