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Wissen Insektensterben: Krefelder Forscher erhalten Preis für ihre Forschung
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16:05 15.11.2018
Mehr Lebensraum schaffen: Eine Wildbiene sitzt in einer Wiese, die im zoologisch-botanischen Garten in Stuttgart extra für Wildbienen angelegt wurde. Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Hannover

Mit ihrer ehrenamtlichen Forschung zum Insektensterben hatten sie eine riesige Debatte entfacht: Am Donnerstag erhalten die Mitglieder des Entomologischen Vereins Krefeld dafür in Hannover den dritten Deutschen Biodiversitätspreis, der mit 10.000 Euro dotiert ist.

Damit würdigt die Heinz Sielmann Stiftung „die langjährigen insektenkundlichen Untersuchungen der ehrenamtlichen Mitglieder und die daraus resultierende Studie, die alarmierende Fakten über den Schwund von Insekten hervorgebracht hat“, heißt es von der Stiftung zur Begründung.

Die Krefelder hatten mit ihrer Studie auf ein drastisches Insektensterben hingewiesen: Demnach ist die Biomasse aller Fluginsekten zwischen 1989 und 2016 um 76 Prozent (im Hochsommer bis zu 82 Prozent) zurückgegangen. Das hatten Langzeit-Erhebungen in 63 deutschen Schutzgebieten ergeben, für welche die Krefelder Forscher den Inhalt von Insektenfallen auswerteten.

Die Ergebnisse sorgten im Sommer vergangenen Jahres erstmals für Aufsehen, als sich das Bundesumweltministerium – damals noch unter der Ägide von Barbara Hendricks (SPD) – nach einer Anfrage der Grünen-Fraktion auf die Krefelder Zahlen stützte. „Wer heute mit dem Auto übers Land fährt, findet danach kaum noch Insekten auf der Windschutzscheibe“, sagte Hendricks (SPD) damals dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Internationales Forscherteam bestätigt Ergebnisse

Angestoßen von der Warnung berichteten Medien auf der ganzen Welt in jenem Sommer über den Schwund von Faltern, Bienen und Co. Allerdings wurde dabei mitunter auch die Studie infrage gestellt. Die Ergebnisse von Hobbyforschern aus zwei Messpunkten in einem Krefelder Naturschutzgebiet zu einem deutschlandweiten Massensterben der Insekten aufzublasen, sei unseriös, prangerten die Kritiker an.

Doch sie selbst hatten offenbar nicht gut recherchiert: Zum einen handelte es sich bei den Vereinsmitgliedern teilweise um studierte Insektenforscher. Zum anderen war deren Studie sehr wohl fundiert, wie ein internationales Forscherteam später im Wissenschaftsjournal „Plos One“ belegte.

Seither sind zahlreiche Projekte in Deutschland und anderswo entstanden, die dem Insektensterben entgegenwirken sollen. Das Bundesumweltministerium unter Svenja Schulze (SPD) erklärte das Thema mit einem Aktionsprogramm prompt zur Chefsache. Detailanalysen zeigen nun, welche Arten besonders betroffen sind. Starke Rückgänge sind demnach unter anderem bei Wildbienen, Ameisen, Wespen, Fliegen, Käfern und Schmetterlingen zu verzeichnen. Das teilten das Bundesamt für Naturschutz und der Entomologische Verein Krefeld jetzt bei einem Treffen von Zoologen zum Insektensterben in Bonn mit.

Mehr Blühstreifen gefordert

Um ein weiteres Aussterben von Insektenarten zu verhindern, fordert der Senckenberg-Forscher Thomas Schmitt die Anpflanzung von mehr Blühstreifen an Feldern sowie an Straßenrändern und Autobahnböschungen. 95 Prozent der Fläche bundesweit sei aus Sicht von Insekten derzeit „extrem lebensfeindlich“, sagte der Professor des Senckenberg-Museums in Frankfurt.

Die Heinz Sielmann Stiftung fasst es in ihrer Begründung so zusammen: „Mit ihrer 2017 veröffentlichten Studie zum Insektensterben haben die Krefelder Forscher weltweites Aufsehen erregt und das Thema in das Bewusstsein der Gesellschaft, Medien und Politik gerückt.“

Von Sonja Fröhlich/RND

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