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Wissen Krätze in Deutschland wieder auf dem Vormarsch
Nachrichten Wissen Krätze in Deutschland wieder auf dem Vormarsch
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09:09 14.03.2018
Die Krätzmilben verursachen schlimmes Jucken auf dem Körper. Quelle: dpa
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Aachen

Die Krätze war in Deutschland lange kein Thema mehr. Nun meldet die Städteregion Aachen einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen – und nicht nur im Rheinland ist Krätze offenbar wieder ein Problem. Die Fälle dieser Hauterkrankung nähmen zu, teilte der Berufsverband der deutschen Dermatologen mit. Konkrete Zahlen dazu gebe es zwar nicht, aber die Rückmeldungen von Hautärzten wiesen auf eine Zunahme der Erkrankungen hin.

In wissenschaftlichen Fortbildungen seien die Diagnose und Behandlung der juckenden Hauterkrankung zunehmend ein großes Thema. Das berichtete der Sprecher des Berufsverbands Ralf Blumenthal nachdem bekannt geworden war, dass die Fallzahlen in der Städteregion Aachen seit Jahren nach oben gehen.

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Ärzte haben keine Erklärung für den Anstieg

Dort waren die aus Schulen und Kitas gemeldeten Fälle von elf (2013) auf 316 (November 2016) gestiegen. „Es gibt keine Erklärung für diesen Anstieg“, erklärte der Sprecher der Städteregion Detlef Funken.

Nesselsucht, Scharlach, Masern und Krätze – Anfang des 20. Jahrhunderts waren das die gefährlichsten Kinderkrankheiten. Quelle: dpa

Nach anderen früheren Medienberichten hatten Hautärzte in Krefeld schon im Frühjahr eine auffallende Häufigkeit von Krätze registriert. Aus Kontakten mit Kollegen weiß der Dermatologe und Lehrbeauftragte der Uni Köln, Bernhard Korge, dass es auch vermehrt Fälle in Euskirchen, Köln und Düsseldorf gibt.

Ansteckung erfolgt bei Hautkontakt

Verursacher der Krätze sind winzige Parasiten, sogenannte Krätzmilben, die bei Hautkontakt übertragen werden. Sie graben sich in die Haut und legen dort ihre Eier ab. Menschen mit trockener Haut sind laut Korge stärker betroffen als Leute mit fettiger Haut. Der starke Juckreiz verleitet zum Kratzen, daher der Name der Krankheit. Werde dann aber die richtige Diagnose gestellt und das passende Medikament gegeben, gehe von dem Patienten schon nach einem Tag keine Ansteckungsgefahr mehr aus, erklären Mediziner.

Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammen sind, sei das Infektionsrisiko besonders hoch. Brutstätten können laut Korge neben Kindergärten und Schulen auch Hotelbetten, Altenheime und Krankenhäuser sein. Die Maßnahmen für Betroffene sind aufwendig : Kleidung, Handtücher und Bettwäsche müssen täglich gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden. Sachen, die nicht gewaschen werden können, müssen sieben Tage luftdicht in eine Plastiktüte gepackt werden. Polster, Matratzen und Möbel müssen täglich abgesaugt werden.

Von RND/dpa

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