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Wissen Forscher lösen Rätsel um Tod von weiblichen Pinguinen
Nachrichten Wissen Forscher lösen Rätsel um Tod von weiblichen Pinguinen
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17:00 07.01.2019
Magellan Pinguine auf den Falklandinseln in Südamerika. Quelle: picture alliance / imageBROKER
Puerto Madryn/Tokio

In Südamerika machen sich jedes Jahr Tausende Magellan-Pinguine auf den Weg in den Norden. Nach der Brutzeit schwimmen sie entlang der Küste teils bis nach Brasilien. Viele von ihnen aber sterben: Sie verletzen sich, werden krank, verhungern oder verenden durch eine Öl-Verschmutzung ihres Gefieders. Doch ein Fakt hat die Forscher seit jeher irritiert: Warum sterben fast dreimal mehr weibliche als männliche Pinguine bei dieser Reise? Ein japanisches Team um Takashi Yamamoto von der Universität Tokio könnte jetzt die Antwort darauf gefunden haben.

Forscher begleiten 14 Magellan-Pinguine

Der bis zu 70 Zentimeter große und bis zu vier Kilogramm schwere Magellan-Pinguin (Spheniscus magellanicus) lebt im südlichen Südamerika. Den antarktischen Sommer verbringen die Tiere in ihren Brutkolonien an der Pazifik- und der Atlantikküste. Nach Ende der Brutsaison ziehen die Pinguine dann in mildere Gefilde nach Norden.

Die japanischen Forscher untersuchten die Bewegungsprofile von 14 Magellan-Pinguinen – acht Männchen und sechs Weibchen. Die Tiere beendeten die Brutsaison in Patagonien Ende Februar. In den folgenden Wochen zogen sie nach Norden und kehrten erst im September und Oktober wieder zurück.

Pinguin-Weibchen zieht es weiter in den Norden

Dabei legten die Weibchen größere Entfernungen zurück als ihre männlichen Artgenossen: Sie hielten sich während der Wintermonate überwiegend nördlich des 36. südlichen Breitengrads auf, die Männchen dagegen eher zwischen dem 38. und dem 41. Breitengrad. Die Weibchen zogen bis zu 1200 Kilometer weit, die Männchen bis maximal 1000 Kilometer, schreiben die Forscher in ihrem Bericht, der jetzt im Fachblatt „Current Biology“ veröffentlicht wurde.

Gewässer sind riskanter

Dabei seien die nördlicheren Gewässer für die Tiere riskanter, betonen die Forscher. Sie verweisen insbesondere auf die Verschmutzung durch Ölförderung, den intensiveren Schiffsverkehr sowie auf die Gefährdung durch Fischerei. Dass die Weibchen weiter nach Norden ziehen, erklären die Forscher damit, dass sie deutlich kleiner und leichter sind und daher möglicherweise wärmere und flachere Gewässer bevorzugen.

Tatsächlich tauchten diese Tiere meist nur 35 Meter tief, bei den Männchen waren es etwa 59 Meter. Zudem könne es sein, dass die Weibchen in den flacheren, küstennahen Gewässern stärker von der nach Norden gerichteten Patagonischen Strömung mitgezogen würden.

Kleinere Tiere können nicht so tief tauchen

„Das bestätigt, was wir schon an anderen Standorten und Jahreszeiten dokumentiert haben“, sagt der Biologe Klemens Pütz. Unterschiede im Tauchverhalten seien auch während der Brutsaison beobachtet worden. Das sei sinnvoll, um ein größeres Nahrungsangebot nutzen zu können, sagt der Wissenschaftliche Leiter des Antarctic Research Trust. „Zudem hängt das Tauchvermögen von Pinguinen von der Körpergröße ab“, erläutert Pütz.

Zwergpinguine würden nicht einmal 100 Meter tief tauchen, die großen Kaiserpinguine dagegen mehr als 500 Meter tief. Es ist also nicht ungeschickt, sondern vielmehr notwendig, dass sich die weiblichen Magellan-Pinguine der weiteren Reise in gefährlichere Gewässer aussetzen.

Magellan-Pinguin Dimdim ist weltberühmt

Wer meint, noch nichts von Magellan-Pinguinen gehört zu haben, der irrt sich aller Wahrscheinlichkeit nach. 2016 wurde ein Tier dieser Art nämlich weltberühmt. Der kleine Dimdim war 2011 verölt und verletzt an einer Insel bei Rio de Janeiro gestrandet – und wurde gerettet. Seitdem schwamm der kleine Pinguin Jahr für Jahr 8000 Kilometer, um seinen Retter zu besuchen. Ein Phänomen für die Wissenschaft, vor allem aber eine herzergreifende Geschichte von Freundschaft und Treue. Allerdings: Dimdim war ein Männchen.

Noch mehr Informationen rund um die Reise der Pinguine gibt es aktuell im Übersee-Museum Bremen in der Ausstellung „Antarctica“ zu sehen.

Von RND/dpa/Walter Willems

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