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Wissen Plötzlich volljährig: So retten Sie das Kindergeld
Nachrichten Wissen Plötzlich volljährig: So retten Sie das Kindergeld
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12:01 07.08.2019
Für viele Eltern ist das monatliche Kindergeld eine große Unterstützung. Quelle: Pixabay
Hannover

Sobald ein Kind die Schulzeit hinter sich lässt und den Schritt in Richtung Berufsleben wagt, gibt es Post – ob von der Bank, zum Rundfunkbeitrag oder von der Familienkasse, die wissen will, ob das Kind weiterhin einen Anspruch auf die Zahlungen hat. Werden keine Nachweise über Ausbildung, Studium oder Job erbracht, werden die Überweisungen gestoppt.

Kindergeld nicht erhalten: Einspruch gegen Steuerbescheid erheben

Bis zum Jahr 2018 konnte das Kindergeld maximal vier Jahre nach Einstellung der Zahlungen rückwirkend beantragt werden. Das hat oftmals zu Missbrauchsfällen geführt. Daher wird das Kindergeld seit 2018 nur noch rückwirkend für sechs Monate nachgezahlt.

Im Juli 2019 wurde auch die Rechtslage in puncto Kinderfreibetrag geändert. Zuvor wurde bei der Einkommenssteuererklärung der Eltern mit dem fiktiven Kindergeldanspruch gerechnet: Das bedeutet, auch wenn das Geld zum Beispiel nur acht Monate auf das Konto floss, wurde mit einem ganzjährigen Betrag gerechnet. Jetzt, nach der Änderung der Rechtslage, wird nur das tatsächlich ausgezahlte Kindergeld berücksichtigt. Gegen Steuerbescheide, bei denen die vorteilhafte Änderung noch nicht einkalkuliert wurde, können Eltern Einspruch einlegen und sich gegen die zu hohe Kindergeldanrechnung wehren. Darauf macht Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler aufmerksam. In neueren Bescheiden wird die Rechtslage automatisch berücksichtigt.

Kindergeld: Auch für volljährige Kinder

Absolviert der Nachwuchs nach dem Schulabschluss eine Ausbildung oder ein Studium, fließt die Leistung bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres. Geht man aber nach einem Bachelorabschluss einer Teil- oder Vollzeitbeschäftigung nach und setzt ein Masterstudium neben dem Beruf fort, geht der Anspruch verloren – denn dann steht die Berufstätigkeit und nicht mehr die Ausbildung im Vordergrund.

Das Studium kann als berufsbegleitende Weiterbildung angesehen werden: Hierbei ist die Verteilung der Stunden entscheidend. Um weiterhin Kindergeld zu bekommen, darf die Erwerbstätigkeit nicht mehr als 20 Stunden die Woche umfassen.

Entscheidend: Die Erstausbildung

Grundsätzlich gilt: Schulabgänger, die eine Ausbildung oder ein Studium anfangen, haben nichts zu befürchten. Wie viele Jahre die Lehre andauert, spielt dabei keine Rolle – bis zum 25. Lebensjahr hat jeder, der eine Erstausbildung macht, Anspruch auf Kindergeld. Problematischer wird es, wenn man nach der ersten offiziell abgeschlossenen Ausbildung eine weiterführende Lehre anhängt: Sie wird nur dann als Teil der Erstausbildung akzeptiert, wenn sie zum angestrebten Berufsziel beiträgt und die Ausbildungen in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen.

Vorsicht bei zu langen Übergangszeiten

Hat ein Kind die Schule beispielsweise im Juni beendet und ist bis zum Ausbildungsbeginn im August arbeitslos, ist das unproblematisch. Die Überbrückungszeit darf bis zu vier Monate andauern, ohne eine Einstellung der Zahlungen befürchten zu müssen. Kommt der Nachwuchs bei der Berufs- oder Studienwahl jedoch nicht in die Gänge oder geht für einen längeren Zeitraum ins Ausland, wäre der Anspruch schon ab Juli verloren.

Das kann eine böse Überraschung mit sich bringen – denn die Zahlungen gehen zunächst weiter auf dem Konto ein und werden schließlich von der Familienkasse zurückgefordert.

Was passiert, wenn man keinen Studien- oder Ausbildungsplatz bekommt?

Hat der Nachwuchs nicht getrödelt, sondern eine Absage für den Ausbildungs- oder Studienplatz bekommen, zeigt sich die Familienkasse kulant. Das Kindergeld fließt zunächst weiter. Die Bedingung: Eine ausgiebige Lehrstellensuche muss der Familienkasse, beispielsweise mit einer Kopie der Absage oder der Bestätigung eines Vorstellungstermins, nachgewiesen werden können.

Problematisch: Ein Studium im Ausland

Studiert ein Kind außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums, haben die Eltern nur dann weiterhin einen Anspruch auf sein Kindergeld, wenn nachgewiesen werden kann, dass das Kind in der ausbildungsfreien Zeit überwiegend in der Wohnung der Eltern in Deutschland wohnt. Zu den Belegen gehören zum Beispiel Lehrpläne oder Flugtickets.

Kindergeld während eines Freiwilligendienstes

Ob ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr: Die Zahlungen der Familienkasse bleiben bestehen. Das gilt sogar, wenn der Nachwuchs sich für eine Stelle im Ausland entscheidet. Auch hierbei wichtig: Die nötigen Nachweise, wie eine Bestätigung des Freiwilligendienstes.

Work-and-Travel-Programme zählen nicht dazu. Die Begründung: Das Kind gehe bei Auslandsaufenthalten dieser Art nicht dem Ausbildungszweck, sondern einer Erwerbstätigkeit oder Freizeit nach.

Lesen Sie auch: Großeltern können Kindergeld für Enkel beziehen

Von RND/jo

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