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Wissen Besser sechs als fünf: Zusätzliche Finger bringen motorische Vorteile
Nachrichten Wissen Besser sechs als fünf: Zusätzliche Finger bringen motorische Vorteile
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07:01 04.06.2019
Etwa jedes 500. Kind kommt mit zusätzlichen Fingern oder Zehen auf die Welt. Quelle: dpa
Freiburg

Von wegen Beeinträchtigung. Die sogenannte Polydaktylie – eine angeborene Überzahl von Fingern oder Zehen – die Bewegungsfähigkeit deutlich erweitern. So seien Menschen mit sechs Fingern in der Lage, Bewegungen mit nur einer Hand auszuführen, für die Menschen mit fünf Fingern beide Hände benötigen, berichten die Wissenschaftler aus Freiburg, London und Lausanne im Fachjournal „Nature Communications“.

Die Forscher untersuchten für ihre Studie zwei Menschen, die an beiden Händen jeweils einen zusätzlichen Finger zwischen Daumen und Zeigefinger ausgebildet haben. Während der Experimente wurde die Gehirnaktivität mithilfe funktionaler Magnetresonanztomographie (fMRT) beobachtet.

Dabei zeigte sich, dass die zusätzlichen Finger mit eigenen Muskeln und Nerven bewegt werden – die Menschen können sie dadurch weitestgehend unabhängig von den anderen Fingern bewegen. „Unsere Probanden können ihre zusätzlichen Finger frei einsetzen, ähnlich wie einen weiteren Daumen – und das allein oder zusammen mit den anderen fünf Fingern“, erklärte Mehring. „Dadurch können sie ihre Hand außergewöhnlich vielseitig und geschickt nutzen.“

Angeborene Sechsfinger-Hand mit zusätzlichen Muskeln, die den Extra-Finger bewegen. Die Muskeln, die den zusätzlichen Finger bewegen (in grün) sind getrennt von den Daumenmuskeln (in rot). Quelle: Creative Commons

Nach Angaben der Forscher könnte die Studie die Entwicklung von zusätzlichen künstlichen Gliedmaßen vorantreiben. Denkbar wäre demnach zum Beispiel ein zusätzlicher Roboterarm, der Chirurgen ermöglicht, Operationen ohne Assistenz auszuführen. Allerdings betonten die Wissenschaftler, dass Menschen mit Polydaktylie den Umgang mit ihren zusätzlichen Gliedmaßen von Geburt an gelernt haben. Daher könne man nicht zwingend eine ähnliche Funktionalität erreichen, wenn künstliche Gliedmaßen zu einem späteren Zeitpunkt im Leben ergänzt würden.

Von RND/dpa