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15:15 18.09.2018
Wenn sich Bewohner länger nicht zu Hause aufhalten, können Einbrecher ungestört ans Werk gehen. Mit den richtigen Vorkehrungen lässt sich das Risiko minimieren. Quelle: Andreas Gebert/dpa
Hannover

Viele kennen die Warnung: Urlaubszeit ist Einbruchszeit. Auch wenn man sich nicht hundertprozentig schützen kann, einfach sollte man es den unerwünschten Eindringlingen nicht machen. Wer im Vorfeld die richtigen Maßnahmen ergreift, verringert das Risiko eines Einbruchs - nicht nur im Urlaub. Dabei kommt es zum Einen auf sinnvolle technische Nachrüstungen an. Aber auch einige generelle Verhaltensregeln können die Sicherheit erhöhen.

Technische Maßnahmen

Nach wie vor sind Fenster und Türen die häufigsten Einbruchstellen. In Einfamilienhäusern und Parterre-Wohnungen sind gerade Balkon- und Terrassentüren beliebt und sollten mit der nötigen Sicherheitstechnik ausgestattet sein. Zwar lässt sich relativ einfach nachrüsten. Noch besser ist aber, im Vorhinein auf einbruchsichere Modelle zu setzen.

Fenster, in deren Fensterbeschlägen herkömmliche Rollzapfen verbaut sind, können beispielsweise viel leichter aufgehebelt werden als solche, in denen sogenannte Pilzkopfzapfen zum Einsatz kommen. Letztere sind aufgrund ihrer kantigen Bauform und komplexeren Schließtechnik zwar teurer, dafür aber nachweislich einbruchhemmender als Rollzapfen.

Darüber hinaus kann man die Sicherheit erhöhen, wenn man auch beim verwendeten Glas mindestens auf die Widerstandsklasse der Stufe RC2 setzt. Zu dieser von der Polizei als “Einstiegsklasse” bezeichneten Sicherheitsstufe zählt auch die bereits erwähnte Pilzkopfverriegelung. Bauelemente dieser Klasse müssen einem Einbruchsversuch mit einfachem Werkzeug wenigstens drei Minuten standhalten.

Türen können durch abgedeckte Schließzylinder, verlängerte Schließbleche und Panzerriegel gegen gewaltsames Aufbrechen gesichert werden. Auch Sicherheitsschlösser machen es Einbrechern schwerer, schnell in die Wohnung zu gelangen.

Zusätzlich zu solchen Maßnahmen des mechanischen Einbruchschutzes lohnt sich die Installation einer Gefahrenmeldeanlage. Im Volksmund eher als Alarmanlage bekannt, erhöhen sie die Schutzfunktion enorm. Die Kosten reichen hier von 100 bis 400 Euro, je nach Umfang des Sets und der Technik, die zum Einsatz kommt. Vor allem als Abschreckung haben sich Alarmanlagen bewährt, weshalb auch günstige Modelle durchaus einen guten Schutz bieten können.

Das richtige Verhalten im Alltag

Doch auch wer kein Geld für umfangreiche Nachrüstung ausgeben möchte, kann sich durch die Einhaltung einiger grundlegender Verhaltensregeln schützen. Ob im Urlaub oder beim alltäglichen Verlassen des Hauses - je selbstverständlicher diese Regeln befolgt werden, desto besser.

So sollte beim Weggehen immer darauf geachtet werden, dass sämtliche Fenster und Türen geschlossen sind. Das gilt auch, wenn Sie nur mal eben zum Supermarkt um die Ecke gehen. Schon allein aus versicherungstechnischen Gründen ist diese Regel wichtig. Ist nachweisbar, dass Sie nicht adäquat für die Sicherheit Ihres Zuhauses gesorgt haben, können Schadensansprüche bei Ihrer Hausratversicherung mitunter nicht geltend gemacht werden. Fenster auf Kippstellung bieten Einbrechern eine ideale Einstiegsmöglichkeit und machen jeglichen Schutz, egal welcher Sicherheitsklasse, zunichte.

Dasselbe gilt für Türen und Fenster, die mit Sicherheitsschlössern ausgestattet sind. Diese sollten selbstverständlich auch verriegelt werden. Oftmals ist Nachlässigkeit der größte Risikofaktor, wenn es um den Schutz des eigenen Heims geht. Aus dem gleichen Grund sollten Sie auch niemals Schlüssel im Garten, unter der Fußmatte oder im Briefkasten deponieren. Einbrecher kennen alle Verstecke und freuen sich über die Einstiegshilfe.

Keine Hinweise hinterlassen

Wer in den Urlaub fährt und die Wohnung oder das Haus für mehrere Tage oder Wochen am Stück unbewohnt lässt, sollte zusätzlich zu den grundlegenden Verhaltensregeln noch die nachfolgenden Tipps beachten.

Unterrichten Sie Nachbarn von Ihrem Urlaub. Sie können sie beispielsweise darum bitten, den Briefkasten zu leeren. Alternativ können Sie bei der Deutschen Post einen Lagerservice in Auftrag geben und sich die gesammelte Post am Ende des Urlaubs zustellen lassen. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 9,90 Euro für einen Monat und 11,90 Euro für bis zu drei Monate. Unter keinen Umständen sollte eine Notiz für Zusteller auf dem Briefkasten platziert werden. Das fällt Einbrechern ebenso schnell ins Auge wie ein überfüllter Briefkasten.

Schwieriger wird es, innerhalb der Wohnung Einbrechern die eigene Anwesenheit vorzutäuschen. Natürlich können Sie hier wieder auf Nachbarn zurückgreifen und sie darum bitten, in regelmäßigen Abständen bei Ihnen zu lüften, die Blumen zu gießen oder einfach nur für einige Minuten das Licht anzuschalten. Sofern vorhanden können Lampen und Rollläden aber auch automatisch durch Zeitschaltuhren bedient werden. Noch einfacher lassen sich diese und weitere Funktionen, wie etwa Musik abspielen, per Smart-Home-Technologie steuern.

Vorsicht auf sozialen Medien

Zu guter Letzt: Kündigen Sie Ihren Urlaub nicht öffentlich an. Auch Einbrecher sind digital vernetzt. Wer auf Facebook oder anderen sozialen Medien von einer bevorstehenden, längeren Abwesenheit berichtet, setzt das eigene Zuhause höchstpersönlich auf die Liste möglicher Einbruchsziele von Kriminellen. Aus demselben Grund sollte auch die Nachricht, die Sie auf Ihrem Anrufbeantworter hinterlassen, keine Auskunft über Ihren Urlaub geben.

Die Bandbreite an Vorkehrungen, die Sie treffen können, um ihr Zuhause während Ihrer Abwesenheit zu schützen, ist groß. Wenn Sie dazu auch noch das richtige Verhalten an den Tag legen, steht einem sorgenfreien Urlaub nichts im Wege.

Von RND/pf

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