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15:07 07.03.2019
Viele Menschen unterschätzen die Mengen an Zucker, die sich in Lebensmitteln verstecken. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
Bonn

In der Fastenzeit nehmen sich viele vor, auf Süßkram, Softdrinks und andere zuckerhaltigen Lebensmitteln zu verzichten. Das ist aber leichter gesagt als getan: Oft macht Heißhunger auf Süßes dem guten Vorsatz einen Strich durch die Rechnung. Zudem versteckt sich Zucker in mehr Speisen und Getränken, als man denkt. „Dadurch ist vielen Menschen oft gar nicht bewusst, wie viel Zucker sie am Tag zu sich nehmen“, sagt Antje Gahl, Sprecherin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Wer weniger Zucker zu sich nehmen will, muss also einiges beachten.

Menschen in Deutschland essen zu viel Zucker

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass Zucker bei einem durchschnittlicher Erwachsenen nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Energiezufuhr ausmachen soll. Das entspricht etwa maximal 50 Gramm Zucker pro Tag. Die Realität sieht aber meist anders aus: In Deutschland nehmen Männer im Schnitt 78 Gramm und Frauen 61 Gramm pro Tag zu sich. „Vor allem Stress und Zeitdruck führen dazu, dass viele Menschen zu oft zu Schokoriegeln greifen“, sagt Gahl.

Heißhunger stoppen: Nicht ganz auf Zucker verzichten

„Die Vorliebe für Süßes ist uns allen angeboren“, sagt Gahl. Kein Wunder, dass die meisten Menschen oft Heißhunger auf Süßigkeiten bekommen. Auf den Zucker sollte man jedoch nie ganz verzichten, denn dadurch wird der Heißhunger nur noch größer, und im Endeffekt isst man dann meist nur noch mehr Süßes. Natürlich sollte man in der Regel aber lieber nur einen Schokoriegel als eine ganze Tafel Schokolade essen, sagt Gahl: „Süßigkeiten sollten nicht offen auf Tellern oder Tischen in der Wohnung rumliegen – denn dann sind sie immer griffbereit. Lagern Sie sie stattdessen beispielsweise in Schubladen.“

Über Zuckergehalt in Lebensmitteln informieren

Wer denkt, er kommt an den meisten Tagen nicht auf 50 Gramm Zucker, kann sich gewaltig täuschen. Allein in einem Fruchtjoghurt stecken laut der DGE pro 100 Gramm rund 14 Gramm Zucker. Selbst Obstsorten wie Bananen (17g/100g) und Äpfel (13g/100g) decken einen großen Teil der empfohlenen Tageszufuhr ab. „Besonders zuckerhaltig sind zudem Softdrinks: Limonade oder Cola enthalten im Schnitt um die 10 Gramm pro 100 Milliliter“, warnt Gahl. Oft hilft es, wenn man genau darauf achtet, wie viel Zucker in Lebensmitteln steckt. „Daher lohnt sich immer ein Blick auf die Nährwerttabelle“, rät die DGE-Sprecherin.

Lesen Sie auch, wie Sie clever zuckerfrei kochen

Fertiggerichte und verarbeitete Lebensmittel vermeiden

Den meisten ist zwar bekannt, dass beispielsweise in Milchschokolade, Eis und Softdrinks viel Zucker enthalten ist. „Das Problem sind die Lebensmittel, bei denen man kein Zucker erwartet“, so Gahl. Denn: Zucker ist auch in herzhaften Soßen oder Fertiggerichten enthalten. Im Schnitt steckt allein in einer Portion Ketchup um die 25 Gramm Zucker pro 100 Gramm – also glatt die Hälfte der empfohlenen täglichen Zufuhr. So viel kann auch in einer einzigen Fertigpizza stecken. Besonders bei verarbeiteten Lebensmitteln und Fertiggerichten sollte man also achtsam sein oder sie am besten gleich links liegen lassen. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) in Österreich bietet auf ihrer Website ein Such-Tool an, mit dem man den Zuckergehalt von Produkten nachschlagen kann.

Zucker im Alltag einsparen

So gut wie niemand kann ganz ohne Schokolade, Cola und Co. leben. Wichtig ist aber, dass man nur wenig Zucker zu sich nimmt und auf zuckerfreie Alternativen setzt. „Softdrinks und gesüßte Getränke ersetzt man am besten durch Wasser oder Tee – so lässt sich eine Menge Zucker im Alltag einsparen“, betont Gahl. Auch beim Kochen sollte auf das Süßungsmittel weitestgehend verzichtet werden. Bei Dressings und Soßen gilt: Lieber selber machen, statt nach stark gesüßten Fertigprodukten zu greifen. „Durch so eine Lebensweise kann das Risiko von Übergewicht und damit von Diabetes Typ 2 und Herz-Kreis-Erkrankungen deutlich reduziert werden“, so Gahl.

Von RND/bk

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