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Wissen Sommergrippe: Wie lange dauert sie, was kann man tun und wie wird sie behandelt?
Nachrichten Wissen Sommergrippe: Wie lange dauert sie, was kann man tun und wie wird sie behandelt?
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13:34 22.07.2019
Eine Erkältung kann man sich auch im Sommer einfangen. Quelle: Maurizio Gambarini/dpa
Hannover

Die Nase läuft, der Kopf schmerzt und man fühlt sich schlapp und müde. Im Winter nichts unübliches – aber auch im Sommer kann sich eine böse Erkältung einnisten und uns tagelang nicht mehr loslassen. Was es mit dem Mythos der Sommergrippe eigentlich auf sich hat, wo diese Erkältung herkommt und was man dagegen tun kann, erfahren Sie hier.

Im Sommer: Keine Grippe sondern Erkältung

Wer meint, an einer Sommergrippe zu leiden, der meint eigentlich eher eine Erkältung. Eine richtige Grippe – auch Influenza genannt – ist eine akute Erkrankung der Atemwege, die sogar lebensbedrohlich werden kann und durch Influenza Viren ausgelöst wird, informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Die Anzeichen einer solchen Grippe könnten sich aber tatsächlich mit denen einer Erkältung – oder volksmundartlichen Sommergrippe – decken.

So käme es laut BZgA bei beiden Erkrankungen zu Halsschmerzen, Husten, Kopfschmerzen oder auch Schnupfen. Bei einer Influenza muss man aber zusätzlich mit hohem Fieber – meist über 39 Grad – rechnen. „Der große Unterschied zur üblichen Erkältung sind die Nachwirkungen, die so eine hochansteckende Influenza haben kann“, erklärt der hannoversche Allgemeinmediziner Matthias Berndt. Die könnten im schlimmsten Fall bis zur Herzmuskelentzündung führen.

Krank im Sommer – Warum gerade jetzt?

Anstatt die Sonne zu genießen, fühlt man sich elend und möchte das Haus am liebsten gar nicht verlassen. „Im Winter sind deutlich mehr Menschen erkältet, als im Sommer“, sagt der Allgemeinmediziner. Aber im Sommer sind gerade die Klimaanlagen oft schuld an den Erkältungen, mit denen wir uns herumschlagen müssen.

Je wärmer es ist, desto mehr schreit alles in uns nach Abkühlung. „Die Menschen stellen ihre Klimaanlagen teilweise viel zu hoch ein“, sagt auch Berndt. „Der Körper stellt sich durch die Hitze draußen auf wärmere Temperaturen ein, die ganze Körperenergie wird dann für Wärmeerhaltung gebracht und dann kann man schnell mal krank werden.“

Schwaches Immunsystem durch Sport

Schuld sein können auch geöffnete Autofenster – beziehungsweise jegliche Zugluft, der wir uns aussetzen. Auch zu ausgedehnte Sonnenbäder oder Sport bei hohen Temperaturen tragen dazu bei, das Immunsystem zu schwächen. Wenn das körpereigene Abwehrsystem dann einmal angegriffen ist, haben Viren es viel leichter, in unseren Körper einzudringen und uns krank zu machen.

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Schnell erholen: Was man tun kann

Wenn uns die Erkältung gepackt hat, kommen wir im schlimmsten Fall nicht einmal mehr aus dem Bett. „Wichtig ist jetzt darauf zu achten, dass der Körper wirklich Ruhe bekommt“, sagt Matthias Berndt. Wie bei einer richtigen Grippe braucht der Körper Zeit, um sich zu erholen und das Immunsystem wieder zu stärken. Ausreichend zu trinken sei ebenfalls sehr wichtig. Entzündungshemmende Tees wie Kamillen- und Salbeitee oder abwehrstärkende Aufgüsse mit Ingwer helfen dann, damit man sich schneller wieder fit fühlt.

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Wenn die Nase dicht ist und der Kopf schmerzt, kann auch das Inhalieren von Wasserdampf helfen. Dafür einfach Eukalyptusöl – zum Schleimlösen – oder Kamillentee in heißes Wasser geben und den Kopf mit einem Handtuch darüber halten. Fünf bis zehn Minuten den heißen Dampf einatmen und bei Bedarf bis zu dreimal täglich wiederholen.

Gesund bleiben: Worauf muss man achten?

Um eine Erkältung im Sommer zu vermeiden und bei der nächsten Hitzewelle wieder mit Freunden und Familie am See liegen zu können, sollte man die Klimaanlagen nicht zu niedrig einzustellen: Die Differenz zur Außentemperatur sollte auf keinen Fall zu hoch sein, bestätigt Matthias Berndt. Bewegung trägt außerdem dazu bei, das Abwehrsystem zu stärken. Aber: Nassgeschwitzte Kleidung sollte stets so schnell wie möglich ausgezogen werden.

Wer auf eine gesunde Ernährung achtet und ausreichend Obst und Gemüse zu sich nimmt, stärkt sein Immunsystem. Quelle: Pixabay (Symbolbild)

Die Ernährung spielt ebenso eine wichtige Rolle, um das Immunsystem zu stärken, informiert auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Wer genug Wasser trinkt und auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse achtet, kann der vermeintlichen Sommergrippe ein Schnippchen schlagen. Der Vitamin D Speicher wird durch Zeit in der Sonne aufgetankt – zuviel Sonne schwächt uns jedoch wieder. Ein gesundes Mittelmaß sorgt dafür, dass wir uns besser fühlen und nicht so schnell krank werden.

Und noch ein Tipp: „Wer Schlafmangel vermeidet, wird von weniger Infekten heimgesucht“, stellt Berndt fest.

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Von Heidi Becker/RND

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