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12:20 06.03.2019
Tiny Houses – Der Trend der Minihäuser kommt aus den USA. Acht Quadratmeter, vier Räder: Das ist das Tiny House von Hanspeter Brunner aus Staufen bei Freiburg. Foto: Hanspeter Brunner Quelle: dpa-tmn
Hannover

Der Wohnungsmarkt in Deutschland ist zerfahren. Gerade in Großstädten gibt es kaum freie Wohnungen oder Häuser. Die Idee: Tiny Houses. Die Minihäuser sind praktisch und bieten dennoch genug Platz.

Was ist ein Tiny House?

Tiny Houses sind Minihäuser, die meist auf Rädern montiert und etwa zehn bis 55 Quadratmeter groß sind. Die kleinen Häuser sind eine Mischung aus Mobilheim und Wohnwagen und bestehen meistens nur aus wenigen Zimmern. Typisch für ein Tiny House ist, dass möglichst viel Platz genutzt wird. Nicht selten werden Hochbetten aufgestellt, um den Platz unter dem Bett noch ausreichend nutzen zu können. Die Idee zu den Häuschen stammt aus den USA. Dort ist das Tiny House Movement eine gesellschaftliche Bewegung, die für das Leben in kleinen Häusern wirbt.

Ist das Tiny House eine Alternative zum „normalen Haus“?

Preislich sind die Minihäuser unschlagbar. Schon für rund 20.000 Euro kann man sich den Traum vom Eigenheim erfüllen. Die Häuser sind auf engstem Raum mit dem wichtigsten ausgestattet, was man zum Leben braucht. Meistens sind die Tiny Houses sogar mit Rädern ausgestattet – ein weiterer Vorteil, um mobil zu bleiben. Allerdings: Beim Baurecht herrschen ähnliche Hürden wie beim Bau eines Einfamilienhauses. So kann es auch passieren, dass der Preis in die Höhe steigt.

So viel kostet ein Tiny House und darauf muss ich beim Kauf achten:

Pauschal lässt es sich nicht beantworten, wie teuer ein Tiny House am Ende wirklich ist. Das hängt vor allem von der Größe ab. Kleine Häuser gibt es bereits ab einen Preis von etwa 20.000 Euro. Die kleinsten Modelle mit weniger als zehn Quadratmetern Wohnfläche sind auch schon für unter 15.000 Euro erhältlich.

Wer ein Minihaus kauft, der darf dieses allerdings nicht überall hinstellen, wo er möchte. Das Baurecht sieht dieselben Vorschriften vor wie bei einem Einfamilienhaus. Heißt: Will man einen festen Wohnsitz, muss man sich an die Bauverordnung halten. Will man mit dem Tiny House mobil sein, gelten strenge Regelungen für das Niederlassen an einem Ort.

Wo darf ich mein Tiny House aufstellen?

Generell ist der Bau eines Hauses immer genehmigungspflichtig. Vor dem Aufstellen des Tiny Houses muss also ein Bauantrag bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Ein typisches Grundstück in Deutschland verfügt meistens über mindestens 250 Quadratmeter. Die Suche nach einem geeigneten Grundstück ist also nicht einfach.

Prinzipiell gibt es allerdings viele Möglichkeiten, wo man sein Tiny House aufstellen kann. Eine Möglichkeit ist ein Freizeitgrundstück. Auch hierfür muss die Genehmigung der zuständigen Behörde eingeholt werden.

Eine weitere Möglichkeit bieten Schrebergartensiedlungen. Dort gilt zwar nicht mehr das Baurecht, aber die Kleingartengemeinschaft entscheidet über den Bau eines solchen Minihauses. Eine weitere Hürde: In Schrebergärten darf man keinen Erstwohnsitz anmelden.

Tiny House Dörfer sind in Deutschland aktuell noch in der Entstehung. Sie könnten das Aufstellen der Minihäuser erleichtern. Eine gute Alternative: Campingplätze. Hierzu braucht man keine Baugenehmigung. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Dauerwohnplätze angeboten werden.

Wo kann ich ein Tiny House kaufen?

In Deutschland gibt es verschiedene Anbieter von Tiny Houses. Zwei Varianten lassen sich dabei allerdings unterschieden. Zum einen gibt es vorgefertigte Serienproduktionen. Zum anderen kann man sich ein Minihaus nach seinen individuellen Vorlieben anfertigen lassen. Viele Hersteller bieten ein günstiges Basismodell an, das weitestgehend vorgefertigt ist – bestimmte Elemente lassen sich nach den Wünschen des Eigentümers individualisieren. Darüber hinaus kann man sich dieses Eigenheim auch selber bauen, verschiedene Unternehmen bieten detaillierte Anleitungen. Vorsicht: Ohne Vorwissen sollte ein solches Projekt nicht in die eigene Hand genommen werden.

Tiny House - Probewohnen

Mehrere Anbieter in Deutschland bieten ein Probewohnen in Tiny Houses an. Dabei können Interessierte oft wählen, welche Ausstattungsvariante sie testen wollen. Die Minihäuser können stunden-, tages- oder wochenweise gemietet werden.

Tiny House Parks in Deutschland

In Ostholstein gibt es bereits ernsthafte Ideen, um die Tiny Houses zu verkaufen. In Hannover sind sie sogar etwas weiter. Dort soll im Stadtteil Burg bis 2025 Europas größte Tiny-House-Siedlung wachsen. Weitere Überlegungen zum Bau von Tiny House Parks gibt es in Rheinau und in der Gemeinde Mehlmeisel im Fichtelgebirge.

Von RND/af

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