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20:00 17.06.2016
Heiß umkämpft: Der Titel "Spiel des Jahres" sorgt im Brettspielkosmos für große Aufmerksamkeit und hohe Verkaufszahlen. Wir stellen die diesjährigen Anwärter vor. Quelle: RND / Fotolia
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Für Siedler: Stone Age Junior

Als einen moderner Klassiker, den man heute wohl als Kennerspiel bezeichnen würde, lässt sich "Stone Age" bezeichnen. "Stone Age Junior" (Hans im Glück, für zwei bis vier Spieler ab fünf Jahren, etwa 25 Euro), die junge Variante davon, ist so etwas wie ein Kennerspiel für Kinder: Wie im großen Vorbild muss man seine Figuren geschickt einsetzen, Rohstoffe sammeln, Tauschhandel betreiben und sein Steinzeitdorf aufbauen. Und weil Autor Marco Teubner ein Memory-Element eingebaut hat (wo Kinder traditionell sehr stark sind), spielen Jung und Alt auf Augenhöhe.

Für Siedler: Stone Age Junior. Quelle: Hersteller

Für Katzenhasser: Mmm!

Kooperation ist Trumpf bei Kinderspielen: Auch Reiner Knizias "Mmm!" (Pegasus, für zwei bis vier Spieler ab fünf Jahren, etwa 20 Euro) lässt sich nur gemeinsam bewältigen. Laut Spielgeschichte geht es darum, Maus Charlie zu helfen, Lebensmittel zu klauen. Konkret wirft man Symbolwürfel und legt sie auf dem Spielplan ab. Jeder Fehlwurf lässt die Katze des Hauses näherrücken – hat sie ihr Ziel erreicht, verlieren die Spieler. Im Standardspiel können schon Fünfjährige bei "Mmm!" mitmachen; in der schwersten Variante werden auch reine Erwachsenenrunden gefordert.

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Für Katzenhasser: Mmm! Quelle: Hersteller

Für Eroberer: Isle of Skye

Der Preis "Kennerspiel des Jahres" wurde 2011 erstmals verliehen. Er wurde eingeführt, um Titel für Spieler auszuzeichnen, die etwas mehr Erfahrung haben und auch etwas mehr von ihren Spielen verlangen. Alexander Pfisters und Andreas Pelikans "Isle of Skye" (Lookout Spiele/ASS, für zwei bis fünf Spieler ab acht Jahren, etwa 30 Euro) ist ein idealtypischer Kandidat: Ein einfaches Legespiel, bei dem es darum geht, in der Tradition von "Carcassonne" ein Reich aufzubauen, wird verzahnt mit einem eleganten Versteigerungsmechanismus und von Partie zu Partie wechselnden Wertungskriterien. Raffiniert.

Für Eroberer: Isle of Skye. Quelle: Hersteller

Für Abenteurer: Karuba

Hier ist jeder immer am Zug: Bei Rüdiger Dorns Legespiel "Karuba" (Haba, für zwei bis vier Spieler ab acht Jahren, etwa 30 Euro) bauen alle Teilnehmer gleichzeitig an ihrer Dschungellandschaft und schaffen Wege, damit hoffentlich ihr Abenteurer als Erstes die punkteträchtigen Tempel erreicht. Ein Spieler bestimmt für alle, welches Wegplättchen gerade gelegt werden muss. Das Erstaunliche ist, auf welche unterschiedliche Lösungen verschiedene Spieler für dasselbe Problem kommen. Faszinierend.

Für Abenteurer: Karuba. Quelle: Hersteller

Für Heiler: Pandemic Legacy

Das innovativste Spiel auf der Liste, vermutlich des ganzen Jahrgangs, ist Matt Leacocks und Rob Daviaus "Pandemic Legacy – Season 1" (Z-Man Games/Asmodee, für zwei bis vier Spieler ab 14 Jahren, etwa 45 Euro). Basis ist das preisgekrönte kooperative Spiel "Pandemie", in dem die Teilnehmer gemeinsam Seuchenherde in aller Welt bekämpften. Das wird verbunden mit einer Erzählweise, die aus modernen TV-Serien bekannt ist: Im Verlauf der Partien wird eine Geschichte erzählt, kommt Material hinzu, wird anderes vernichtet, der Spielplan beklebt und mehr. Jedes Spiel ist ein einzigartiges Erlebnis.

Für Heiler: Pandemic Legacy. Quelle: Hersteller

Für Agenten: Codenames

Ein Spiel mit Assoziationen: Zwei Teams von Agenten treten in Vlaada Chvátils "Codenames" gegeneinander an (Czech Game Edition/Heidelberger, für zwei bis acht Spieler ab 14 Jahren, etwa 19 Euro). 25 Wortkarten liegen vor ihnen. Nur die Teamchefs wissen, welche Wörter zu welchem Team gehören, welche neutral und welche absolut tabu sind. Sie geben Hinweise, indem sie mehrere Begriffe unter einem weiteren bündeln, zum Beispiel "Blau", "Ball" und "Fuß" unter "Schalke". Das Team, das zuerst alle Begriffe errät, gewinnt – aber bis dahin hat man sich die Köpfe heißgeredet.

Für Agenten: Codenames. Quelle: Hersteller

Für Baumeister: Imhotep

Der Schauplatz: das alte Ägypten. Die Aufgabe: Pyramiden, Grabstätten und Obelisken zu bauen. Die Ausgangslage: sattsam bekannt. Das Besondere an Phil Walker-Hardings "Imhotep" (Kosmos, für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren, etwa 35 Euro) ist die elegante Selbstbeschränkung. Es handelt sich zwar nicht um absoluten Minimalismus wie bei den angesagten Microgames (dafür ist die Ausstattung zu prächtig), aber auch hier haben wir es mit einem Spiel zu tun, dessen Regeln sich in einer Minute erklären lassen – und bei dem jede einzelne Entscheidung umso schwerer wiegt.

Für Baumeister: Imhotep. Quelle: Hersteller

Für Zeitreisende: T.I.M.E. Stories

In Manuel Rozoys "T.I.M.E. Stories" (Space Cowboys/Asmodee, für zwei bis vier Spieler ab zwölf Jahren, etwa 45 Euro) werden die Spieler zu Zeitreisenden, die gemeinsam Abenteuer in wechselnden Szenarien erleben. Im Grundspiel geht es in eine gruselige Nervenheilanstalt in den Zwanzigerjahren, die separat erhältlichen Erweiterungen spielen etwa während einer Zombieinvasion, im alten Ägypten oder in einer Fantasywelt. Scheitern die Spieler im ersten Anlauf, geht für sie das Abenteuer mit dem bislang gewonnenen Wissen von vorne los.

Für Zeitreisende: T.I.M.E. Stories. Quelle: Hersteller

Für Plauderer: Leo muss zum Friseur

Leo Colovinis kooperatives Gedächtnisspiel (Abacus, für zwei bis fünf Spieler ab sechs Jahren, etwa 20 Euro) dreht sich um einen Löwen mit langer Mähne und großem Redebedarf. Immer wieder hält er auf dem mit Plättchen gepflasterten Weg zu Friseur Bobo an, quatscht mit den Tieren, die er trifft, und verliert Zeit – es sei denn, man spielt die richtigen Karten aus. Fünf Durchgänge haben die Spieler; in jedem lernen sie mehr über die Strecke. Gewinnen können sie nur als Team, das sich gut abspricht.

Für Plauderer: Leo muss zum Friseur. Quelle: Hersteller

Spiel des Jahres

Das "Spiel des Jahres" ist ein deutscher Kritikerpreis, der seit 1979 verliehen wird. Ziel des Trägervereins ist es, das "Kulturgut Spiel in Familie und Gesellschaft zu fördern". Erster Preisträger war der Brettspielklassiker "Hase und Igel". Heute hat die Auszeichnung in Gestalt des Pöppels – so nennt man die kegelförmigen Figuren aus Spielen wie Halma oder "Mensch ärgere Dich nicht" – internationale Strahlkraft und gilt als wichtigster Branchenpreis.

Die Bekanntheit der Auszeichnung führt dazu, dass sich von den prämierten Spielen innerhalb eines Jahres zumeist mehr als 300 000 Exemplare verkaufen lassen. Siegertitel wie "Die Siedler von Catan" oder "Carcassonne" wurden Weltbestseller und erzielten Millionenauflagen. In die Jury berufen werden Journalisten, die über Gesellschaftsspiele berichten. Unser Autor ist Mitglied der Jury. Der 2001 etablierte Preis "Kinderspiel des Jahres" wird am 20. Juni in Hamburg verliehen, das "Spiel des Jahres" sowie das seit 2011 prämierte "Kennerspiel des Jahres" werden am 18. Juli in Berlin gekürt.

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