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17:23 05.03.2019
Durch Mobilität freigesetzte Stickstoffoxide gelten laut des neuen UN-Reports als große Gefahr für die Umwelt. Quelle: imago/JOKER
Nairobi

Vor der Umweltkonferenz im kenianischen Nairobi warnt die UN in ihrem Unep-Bericht explizit vor fünf unterschätzten Umweltgefahren mit potenziell gravierenden Folgen für die Menschheit. Neben den massiven Fortschritten in der Gentechnik zählen laut UN unter anderem die Zerstörung intakter Ökosysteme durch die Industrialisierung und das Schmelzen der Permafrostböden in der Arktis durch den Klimawandel zu den größten Gefahren.

Gentechnik: Unberechenbare Konsequenzen

„Die absichtliche oder versehentliche Freigabe von genetisch veränderten Organismen in die Umwelt könnte erhebliche negative Einflüsse sowohl auf die menschliche als auch auf die Umweltgesundheit haben“, heißt es in dem Unep-Bericht. Der Eingriff in die Genstruktur von Organismen bringe zwar viele Fortschritte mit sich. Es brauche aber dringend Regeln und ethische Grundsätze, um mit den neuen Möglichkeiten verantwortungsbewusst umzugehen.

Kettenreaktion durch schmelzende Permafrostböden

Das Schmelzen der Permafrostböden in der Arktis bereitet den UN-Experten ebenfalls Kopfzerbrechen. So könnten unter anderem große Mengen Kohlenstoff und andere Treibhausgase aus dem Untergrund in die Luft gelangen und die Erderwärmung erheblich beschleunigen – die Wissenschaftler befürchten gefährliche Kettenreaktionen.

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Zerstörung von Lebensräumen

Gleichzeitig fragmentiere menschlicher Fortschritt immer mehr Lebensräume und gefährde viele Tierarten. „Weltweit gibt es voraussichtlich über 25 Millionen Kilometer neue Straßen bis 2050 – eine Steigerung der Gesamtlänge um 60 Prozent der vorhandenen Straßen im Jahr 2010“, berichten die UN-Experten. Es müsse mehr Initiativen und internationale Bemühungen geben, zerteilte Landschaften zusammenzuführen. „Durch gut verbundene Räume können Arten zu neuen Lebensräumen wandern, insbesondere wenn sie sich an den Klimawandel anpassen müssen“, ist in dem UN-Report zu lesen.

Immer mehr Stickstoffoxide verschmutzen Luft

Auch die immens steigende Stickstoffoxidbelastung durch Verkehr und Agrarwirtschaft erfordere eine intensivere internationale Zusammenarbeit, heißt es im Report. Zwar besteht 78 Prozent der Luft ohnehin aus Stickstoff, dennoch sei der Anstieg besorgniserregend und die Auswirkungen schwer vorhersehbar.

Menschliche „Verschlimmbesserungen“

Im letzten Punkt geht der UN-Report auf sogenannte „Verschlimmbesserungen“ durch Projekte ein, mit denen sich Menschen an den Klimawandel anpassen wollen. So produzieren Bauern in Somalia etwa wegen der anhaltenden Dürre mehr Holzkohle, das führe wiederum zu einer verstärkten Abholzung der Wälder. Viele lokale Maßnahmen würden in ihren Auswirkungen die nachhaltige Entwicklung eher stören als begünstigen, die Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen schwächen und außerdem nicht sozialverträglich sein, resümieren die Autoren.

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Von RND/Jörn Zahlmann

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