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Wissen Wie sich der Musikgeschmack auf Partnersuche und Partnerschaften auswirkt
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18:50 03.10.2019
Musik kann ein entscheidender Faktor in Sachen Partnersuche und Partnerschaft sein. Durch das gemeinsame Musizieren können sich sogar festgefahrene Streite lösen. Quelle: pixelheart/Pixabay
Hannover

Musik hat eine besondere Wirkung auf Menschen und kann die Partnerwahl sowie die Harmonie von Partnerschaften beeinflussen. Schon 2008 kamen Sozialwissenschaftler der Universität Osnabrück zu der Erkenntnis, dass Musik einen Einfluss auf die Partnerwahl von verschiedenen Gruppen ausübt. Die These der Forscher: Menschen, bei denen Musik einen hohen Stellenwert einnimmt, halten diejenigen Menschen mit negativen Eigenschaften, aber einer ähnlichen Musikbegeisterung, für nicht so unsympathisch wie Menschen mit einer normalen Musikbegeisterung.

Männer für Frauen durch Musik attraktiver

Sie kamen zu dem Fazit, dass der Musikgeschmack eine nicht zu unterschätzende Rolle dabei spielt, wie attraktiv Menschen einander finden. Dies wiederum bestätigten 2017 Psychologen der Universität Innsbruck. Dabei beurteilten Frauen die Gesichter von Männern als besonders attraktiv, wenn sie vorher hoch erregende und komplexe Musik gehört hatten. Auch ihre Bereitschaft für ein Date stieg – und das unabhängig von den Zyklusphasen der Frauen, die ebenfalls berücksichtigt wurden. Interessant: Bei Männern konnten die Wissenschaftler diesen Effekt nicht nachweisen.

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Musik ermöglicht andere Form der partnerschaftlichen Begegnung

Welche besondere Wirkung Musik auf die Harmonie in Partnerschaften haben kann, weiß der Berliner Paar- und Musiktherapeut Christoph Steinmetz. Zu ihm kommen Paare, wenn sie sich häufig in Konflikte verstricken, sie aber nicht argumentativ lösen können. Bei ihm suchen sie sich dann Instrumente aus, um damit auf nonverbale Weise das auszudrücken, was sie verbal ihrem Partner nicht mitteilen können. „Ein Partner konnte beispielsweise seinen Ärger nicht ausdrücken. Also trommelte er, was er fühlte und erleichterte seine Partnerin“, erzählt der Paartherapeut. Der gebürtige Trierer bezeichnet das Vorgehen als andere Form der partnerschaftlichen Begegnung, die Paare bei ihm kennenlernen.

Vor allem, wenn zwei Menschen Musik machen und ein starkes gemeinsames Interesse dafür haben, können sie sich dadurch angezogen fühlen.

Christoph Steinmetz, Paar- und Musiktherapeut
Wissenschaftliche Studien haben bereits gezeigt, dass Musik sowie der eigene Musikgeschmack eine bedeutende Rolle dabei spielen kann, wie attraktiv wir einen Menschen finden. Quelle: Wesley Tingey/Unsplash

Bisher sei zwar noch kein Paar bei ihm gewesen, das seine Unterstützung wegen zu unterschiedlicher Musikgeschmäcker benötigte. Dennoch schreibt er den musikalischen Vorlieben eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu: „Vor allem, wenn zwei Menschen Musik machen und ein starkes gemeinsames Interesse dafür haben, können sie sich dadurch angezogen fühlen“, sagt Christoph Steinmetz.

Wenn der eigene Musikgeschmack und das Ausleben der bevorzugten Musik mehrere Lebensbereiche umfasst, könne es allerdings Probleme geben: „Wenn die musikalischen Schnittmengen ausbleiben und jeder Partner Konzerte, Kneipen etc. seiner Musikrichtung alleine statt mit dem Partner besucht, verliert die Musik ihre verbindende Rolle, die sie bei ähnlichen Musikgeschmäckern haben kann.“

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Bekannte Dating-Apps greifen Musikgeschmack auf

Dass Musik die Attraktivität von Menschen beeinflussen kann, machen sich auch immer mehr Dating-Apps zunutze. Bei Tastebuds oder dem sozialen Netzwerk „Musician Friends Date“ können Nutzer über die eigenen musikalischen Vorlieben einen neuen Partner finden.

Auch bekannte Dating-Apps wie Tinder oder Bumble bieten ihren Nutzern längst die Möglichkeit, ihren Musikgeschmack in das Profil einzubauen und diese mit ihren Profilen auf dem Musik-Streaming-Dienst Spotify zu verbinden.

Und selbst, wenn der Musikgeschmack meist wohl nur eine von mehreren Komponenten bei der Partnerwahl ausmacht: Potenzielle Partner sollten sich sprichwörtlich nicht nur sehen und riechen können, sondern am besten auch musikalisch ähnlich schwingen.

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Von Fabian Lamster/RND

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