Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Wissen Zwei Atome hoch: Forscher stellen dünnste Goldplättchen der Welt her
Nachrichten Wissen Zwei Atome hoch: Forscher stellen dünnste Goldplättchen der Welt her
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:55 07.08.2019
Das ultradünne Metall eignet sich für Medizingeräte, die Elektroindustrie und als Katalysator in einer Reihe chemischer Prozesse. Quelle: -
Leeds

Britische Forscher haben nach eigenen Angaben die dünnsten Goldplättchen der Welt hergestellt. Sie sind 0,47 Nanometer dick, wie das Team um Sunjie Ye von der Universität Leeds in der Fachzeitschrift „Advanced Science“ schreibt. Das ist rund zweihundert Mal dünner als Blattgold und eine Millionen Mal dünner als ein menschlicher Fingernagel. Die in einer Lösung frei schwimmenden Plättchen sind nur zwei Atome hoch. Sie könnten also als zweidimensionales Material gewertet werden, erläutern die Wissenschaftler. Ähnlich dünne Schichten wurden Ye zufolge bislang nur erreicht, wenn die Atome auf einer Art Untergrund angebracht wurden.

Materialeinsatz deutlich verringern

Die Forscher haben das ultradünne Metall nicht entwickelt, um damit Schmuck zu vergolden. Stattdessen eigne es sich aber für Medizingeräte, für die Elektroindustrie und als Katalysator in einer Reihe chemischer Prozesse. Katalysatoren sind Substanzen, die Reaktionen beschleunigen können.

Tests im Labor hätten gezeigt, dass das superdünne Gold als Katalysator zehn Mal effizienter sei, als die in der Industrie gebräuchlichen Nanopartikel aus Gold. Der Grund: Bei dem superdünnen Gold liegen alle Atome an der Oberfläche; sie sind so direkt an der Katalyse beteiligt. Bei den dreidimensionalen Nanopartikeln hingegen stecke der Großteil der Atome innerhalb der Masse, hieß es weiter.

Die Industrie könne mit dem superdünnen Gold dieselbe Katalyse-Leistung mit weniger Materialeinsatz erreichen. Das sei bei Edelmetallen ein ökonomischer Vorteil, sagte Studienleiter Stephen Evans.

Lesen Sie auch: Edel, aber riskant: Gold

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein solches Alter hatte niemand vermutet. Forscher in den USA haben das Alter von Großmäuligen Büffelfischen untersucht: Ein Exemplar kam auf stolze 112 Jahre. Doch die Forschung gibt auch Anlass zur Sorge.

07.08.2019

Die Blüten der Chinesischen Zaubernuss sehen spektakulär aus. Besonders ausgeklügelt verschleudert die Pflanze auch ihre Samen. Freiburger Forscher erinnert das an Gewehrkugeln.

07.08.2019

Wie bekommen Kinder ein Gefühl fürs Geld? Mit Taschengeld. Doch wie viel Taschengeld ist angemessen? Und ab wann sollten Eltern ihren Kindern Taschengeld auszahlen? Mit diesen Tipps lernen Kinder verantwortungsvoll mit Geld umzugehen.

06.08.2019