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Neumünster Handwerker diskutieren aktuelle Lage
Region Neumünster Handwerker diskutieren aktuelle Lage
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18:29 16.11.2018
Von Susanne Wittorf
Foto: Angeregte Gespräche und der Austausch von Neuigkeiten bestimmten die Amtsköste der Handwerkskammer Mittelholstein
Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft und Obermeister der SHK-Innnung für den Kreis Segeberg Lars Krückmann (v.l.), Günther Stapelfeldt, Präsident der Handwerkskammer Lübeck und sein Hauptgeschäftsführer Andreas Katschke stehen für ein Foto bereit. Quelle: Susanne Wittorf
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Neumünster

Zur 54. Auflage ihrer traditionellen Amtsköste im Hotel Prisma konnte die Kreishandwerkerschaft Mittelholstein am Donnerstagabend rund 90 geladene Gäste begrüßen. „Die weiterhin positive Konjunktur freut die Handwerksbetriebe natürlich“, sagte der Kreishandwerkmeister Michael Kahl und warnte gleichzeitig vor dem Fachkräftemangel. Eine Zunahme neuer Lehrverhältnisse im letzten Jahr von 257 auf 267 lasse zwar hoffen, beweise aber noch keine nachhaltige Wende, so seine Einschätzung. Kahl sprach sich für eine Meisterprämie in Schleswig-Holstein und gegen die Modulbauweise in Neumünster aus.

OB Olaf Tauras plädiert fürs Meisterprivileg

Oberbürgermeister Olaf Tauras will sich für einen Ausbau des Meisterprivilegs einsetzen und erntete dafür Zwischenapplaus. „Seit Anfang letzten Jahres hat die Stadt 789 Aufträge mit einem Gesamtvolumen von 60 Millionen Euro vergeben. Davon flossen rund 13 Millionen an ortsansässige Firmen. Das ist etwas mehr als ein Fünftel des Gesamtvolumens“, führte Tauras aus und appellierte an die Gäste: „Nehmen Sie an Ausschreibungen teil. In Neumünster wird weiter investiert, und Sie können mit Ihrem Firmen davon profitieren.“

Handwerkskammer-Präsident Stapelfeldt kritisiert verfehlte Bildungspolitik

Als dritter Redner ging der Präsident der Handwerkskammer Lübeck, Günther Stapelfeldt, auf die gesamtpolitische Lage ein. „Einem erheblichen Teil der Bevölkerung fehlt der Glaube an die Bundesregierung und: der Staat hat sich in den vergangenen Jahren an den falschen Stellen zurückgezogen“, nannte er als Gründe für die nervöse Stimmung im Land. „Wenn Rechtsextremisten nationalsozialistische Verbrechen verharmlosen, dann darf das unsere Gesellschaft nicht unwidersprochen lassen. Dann müssen auch wir als Handwerk offen Stellung beziehen. Für den Fachkräftemangel machte Stapelfeldt auch eine verfehlte Bildungspolitik in den letzten 20 Jahren verantwortlich, die jeden Jugendlichen zu Abitur und Studium führen wollte.

Benjamin Steinhausen 15.11.2018
Thorsten Geil 15.11.2018