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Neumünster CDU lehnt Radkonzept als „Ideologie“ ab
Region Neumünster CDU lehnt Radkonzept als „Ideologie“ ab
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12:43 23.01.2019
Von Thorsten Geil
Foto: Die Schutzstreifen für Radfahrer, hier auf der Carlstraße, mag die CDU nicht.
Die Schutzstreifen für Radfahrer, hier auf der Carlstraße, mag die CDU nicht. Sie will grundsätzlich, dass Radler auf Radwegen fahren können. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Das Konzept geht auf eine Idee aus dem Jahr 2013 zurück. Damals hatten SPD und Grüne den Plan der „Fahrradstadt Neumünster“ skizziert. Sie wollen generell den Radverkehr stärken. Das mündete in einen Ratsbeschluss, der nun mit dem Konzept umgesetzt werden soll. Das Neumünsteraner Planungsbüro Wasser- und Verkehrs-Kontor hat ein sehr dickes Papier mit vielen Vorschlägen vorgelegt. Die CDU hat einen Änderungsantrag vorbereitet, mit dem viele Weichen grundsätzlich anders gestellt werden sollen.

Hauptstraßen nicht für Autos einengen

Zum Beispiel möchte die CDU auf jeden Fall verhindern, dass Hauptverkehrsstraßen wie der Haart oder die Plöner Straße für den Autoverkehr deutlich verengt werden. An mehreren Ausfallstraßen sieht das Konzept vor, sie von vier auf zwei Autospuren zu verengen und dafür die Radfahrer auf die Straße zu schicken. „Der Haart beispielsweise soll von 12 auf 5,80 Meter verengt werden“, sagte die CDU-Verkehrsexpertin Helga Bühse. Die CDU sei generell dagegen, die Benutzungspflicht für kombinierte Geh- und Radwege aufzuheben.

"Feldstraße ist lebensgefährlich"

Auch in der schmalen und viel befahrenen Feldstraße sollen die Radler laut Konzept auf der Fahrbahn direkt neben den Autos fahren. Das hält Gerd Kühl für lebensgefährlich: „Wer an der Plöner Straße reinfährt, kommt an der Holsten-Brauerei nicht mehr lebend an.“ Er und seine Fraktionskollegen sind grundsätzlich der Meinung, dass Radfahrer auf einem Radweg neben der Straße einfach sicherer fahren.

"Lieber bestehende Radwege sanieren"

Statt viele ideologisch motivierte Änderungen durchzudrücken und „die Radler auf die Straßen zu scheuchen“, solle man lieber eine Prioritätenliste aufstellen und die vielfach katastrophalen Radwege sanieren, gegebenenfalls verbreitern. Die CDU wolle, dass das Konzept zunächst ausführlich in der Öffentlichkeit diskutiert werde, beispielsweise in allen Stadtteilbeiräten.

Auch die SPD hat einen Änderungswunsch zu dem Radverkehrskonzept. Sie möchte von der Verwaltung prüfen lassen, welche Radwege in Neunmünster geeignet sind, um sie zu Solar-Radwegen umzubauen. Dabei werden Fotovoltaik-Module in die Fahrbahnen eingelassen. Der erzeugte Strom soll in das Netz eingespeist werden oder für die Radwegbeleuchtung genutzt werden.

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