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Neumünster Gewalt gegen Frauen geht nicht zurück
Region Neumünster Gewalt gegen Frauen geht nicht zurück
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06:00 15.11.2018
Von Thorsten Geil
Foto: Auf der Kieler Brücke am Teich wehen die Fahnen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.
Auf der Kieler Brücke am Teich wehen die Fahnen zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Quelle: Anja Rüstmann
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Neumünster

Im Jahr 2017 haben 359 Frauen und 209 Kinder professionelle Hilfe nach akuter häuslicher Gewalt gefragt. 271 Frauen und 117 mitbetroffene Kinder nahmen im Notruf therapeutische Beratungen in Anspruch, davon 168 nach körperlicher und 103 nach sexualisierter Gewalt.

126 Fälle wurden von der Polizei an die Fachberatungsstelle übermittelt. In 62 Fällen sprachen die Beamten gegen den gewalttätigen Partner eine Anordnung aus, dass er die Wohnung verlassen muss oder sich der Frau nicht nähern darf. Mo-Corazon Seehawer kann auch bereits absehen, dass die Zahlen sich 2018 auch auf diesem hohen Niveau einpendeln werden.

Wenn die Polizei einen Einsatz hatte, bei dem Frauen geschlagen wurden, dann melden sie das automatisch an den Notruf. Die Fachleute melden sich dann bei der Frau und bieten ihre Hilfe an. „Da kamen früher mal 40 Fälle pro Jahr bei uns an, jetzt sind es konstant deutlich über 100 Stück. Dieser Anstieg liegt aber auch daran, dass die Polizisten aufmerksamer geworden sind und an unser Angebot denken“, sagt die Fachfrau.

In Neumünster arbeitet seit 2002 der regionale Arbeitskreis des Kooperations- und Interventionskonzepts des Landes Schleswig-Holstein (KIK) mit Polizei, Justiz, Täterberatung, Frauenberatung, Stadtverwaltung zusammen, um der häuslichen Gewalt entgegenzuwirken. Die Fachleute wissen: Häusliche Gewalt birgt auch immer das Risiko, dass Kinder mit gefährdet werden. Übrigens ist der Notruf auch für Männer ansprechbar, denn es kommt auch vor, dass Männer von ihren Frauen verprügelt oder gequält werden.

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