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Neumünster Glasfasernetze auf dem Prüfstand
Region Neumünster Glasfasernetze auf dem Prüfstand
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19:58 07.08.2018
Von Thorsten Geil
Foto: Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln.
Ein Kabelbündel aus Glasfaserkabeln. Quelle: Jan Woitas
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Neumünster

Das war im Umland von Neumünster sowie im Kreis Segeberg und für die Zweckverbände Steinburg und Dithmarschen bis einschließlich 2016 ein gutes Geschäft. 2017 gab es jedoch einen Verlust im Baugeschäft von 3 Millionen Euro (wie berichtet). Es wurden beispielsweise mehr Kunden gewonnen als erwartet, aber die Bauarbeiten verzögerten sich in Folge des Baubooms. Dadurch konnten die Kunden nicht schnell genug ans Netz genommen werden, und das Geld kam nicht wie geplant wieder herein.

Es fehlten Baukapazitäten

Hinzu kamen Kostensteigerungen der Bauleistungen und Schwierigkeiten, die Baufirmen überhaupt zu bekommen. „Bundesweit wollen jetzt alle Glasfasernetze anlegen, und es fehlen einfach die Baukapazitäten“, sagte SWN-Geschäftsführer Thomas Junker zu den KN.

Die aktualisierten Planungen der SWN für 2018 gehen beim Bau der Netze für Zweckverbände wieder von einem Gewinn aus, aber anders sieht es beim Betrieb aus: „Mit der aktuellen Kundenzahl von rund 30.000 ist der Betrieb noch nicht wirtschaftlich. 6000 weitere Kunden haben wir unter Vertrag, aber noch nicht angeschlossen. Erst bei 60.000 Kunden kann das Telekommunikationsgeschäft zuverlässig positiv sein“, sagte Thomas Junker.

Das Ziel sind 60.000 Kunden bis 2021

Derzeit arbeiten die SWN fieberhaft an einer Analyse und einem neuen Wirtschaftsplan für diese Sparte. Der soll im September fertig sein – und dann soll über die Zukunft der Sparte entschieden werden. Wenn die 60.000 Kunden nicht bis 2021 realistisch erscheinen, muss eine neue Strategie her. „Das Ziel bleibt aber ganz klar, das Glasfasergeschäft nachhaltig wirtschaftlich zu betreiben“, sagte Co-Geschäftsführer Tino Schmelzle.

Die Geschäftsführung denkt beispielsweise darüber nach, eine eigene Tiefbaufirma zu kaufen und damit jederzeit Herr der Planung zu sein. Kooperationen mit anderen Netzbetreibern sind eine andere Möglichkeit. Wenn es aber nicht nach einem dauerhaften Erfolg aussieht, sind verschiedene Optionen denkbar.

Thorsten Geil 07.08.2018
Thorsten Geil 07.08.2018
Thorsten Geil 07.08.2018