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Neumünster SWN: „Einkaufspraxis mit Hochrisiko“
Region Neumünster SWN: „Einkaufspraxis mit Hochrisiko“
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11:06 18.12.2018
Von Thorsten Geil
Foto: Die Kessel des SWN-Kraftwerks werden zum Teil mit Kohle gefeuert.
Die Kessel des SWN-Kraftwerks werden zum Teil mit Kohle gefeuert. Quelle: Sabine Nitschke
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Neumünster

Die städtischen Gesellschaften liefern regelmäßig Berichte im Rathaus ab, die dann in nicht öffentlichen Sitzungen der städtischen Gremien behandelt werden. Aus der jüngsten Version geht einmal mehr hervor, dass die SWN sich beim Einkauf von Strom und Gas massiv verzockt haben. Das hatte schon das Jahresergebnis von 2017 verhagelt und wird es auch 2018 tun.

Massiv gestiegene Preise an der Börse

Offenbar wurden die SWN-Strategen durch massiv gestiegene Preise an der Börse überrascht. „Etliche Positionen für 2018 waren noch nicht geschlossen. Das bedeutete, dass die Eindeckung der offenen Mengen zu den stark angestiegenen Gas- und Strompreisen erfolgen mussten“, heißt es in dem Bericht, der unserer Zeitung vorliegt. Die Geschäftsführer sprechen darin sogar von einer „Hochrisiko-Einkaufspraxis“.

Mitte des Jahres haben die angeschlagenen SWN eine neue Absicherungsstrategie entwickelt. „Sie wurde jedoch vom Vertrieb verspätet realisiert“, heißt es im Quartalsbericht. Darum sei man gezwungen gewesen, Rückstellungen für drohende Verluste in den Jahren 2019 und 2020 von rund 2,4 Millionen Euro zu bilden.

Beim Kohlepreis kalt erwischt

Auch beim Kohlepreis wurden die SWN offenbar kalt erwischt. „Aufgrund unerwarteter Preisveränderungen gehen wir von einer Abwertung unserer Kohlebestände zum 31. Dezember 2018 aus“, heißt es im Quartalsbericht. Ein Teil der Kessel im Kraftwerk wird mit Kohle befeuert, die auf dem Weltmarkt eingekauft wird.

Auch das Wetter ist schuld

Aber auch das Wetter ist nach Angaben der SWN-Bosse eine Ursache für die miesen Zahlen, denn die Kunden haben weniger Gas und Fernwärme gekauft. „Durch den Rekordsummer und die sehr milden Temperaturen noch weit in den Oktober hinein fiel der Absatz geringer aus als geplant“, heißt es in dem Bericht.

Die SWN stecken in der Krise, haben aber ein ambitioniertes Programm aufgelegt, um herauszukommen. 2019 rechnen die Geschäftsführer wieder mti einem Gewinn. Zuletzt hatte das Unternehmen viele Lieferanten verärgert, weil es die Einkaufskonditionen verändert hat.

17.12.2018
Benjamin Steinhausen 17.12.2018
Thorsten Geil 17.12.2018