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Neumünster Ja zu Sprachmittlern für Rumänisch
Region Neumünster Ja zu Sprachmittlern für Rumänisch
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11:48 05.07.2018
Von Sabine Nitschke
Foto: Die Ratsversammlung diskutierte am Dienstag über Sprachmittler für Rumänisch.
Die Ratsversammlung diskutierte am Dienstag über Sprachmittler für Rumänisch. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

"Wer aus Europa zu uns kommt, sollte von allein Deutsch lernen. Diese Vorlage verstößt gegen EU- und Gleichbehandlungsrecht", eröffnete Jörn Seib vom BfB die Debatte. "Wir brauchen Leute, die Rumänisch können, zum Beispiel für die Schulsozialarbeit. Gerade mit dieser Bevölkerungsgruppe müssen wir in Kontakt treten. Und wir brauchen vertrauenswürdige Sprachmittler ohne eigene Interessen im Hintergrund", warb Stadtrat Carsten Hillgruber für das Papier. "Wir haben in Neumünster ein dickes Problem mit dieser Volksgruppe, das müssen wir lösen. Die Sprachmittler sollen behördliche Fachleute unterstützen zum Beispiel bei Schulabsentismus und Kindeswohlgefährdung. Wir stehen doch zu EU!", appellierte Heiner Voigt von den Grünen.

Für ihn stand zudem fest: "Die kommen, um zu arbeiten. Sie haben erst nach einem Jahr Anrecht auf Hartz IV. Wollen wir etwa auch noch Grenzkontrollen für EU-Bürger einführen?". Peter Janetzy gab unumwunden die Gespaltenheit der FDP in dieser Thematik zu. "Da wird eine Bevölkerungsgruppe bevorzugt. Wer kommt, sollte sein Leben auch eigenständig gestalten können. Andererseits: Wo Hilfe notwendig ist, muss man sie geben."

Für die Sprachmittler, deren Dienste über einen freien Träger engagiert werden sollen, sind im Haushalt 2018 gedeckelte Mehrausgaben in Höhe von 18.649 Euro für 30 Wochenstunden ab 1. August vorgesehen. Ab Haushaltsjahr 2019 soll eine Stelle mit 39 Wochenstunden mit Kosten in Höhe von 55054 Euro einkalkuliert werden. "Ein Computer gestütztes System wäre der Idealfall", sagte Hillgruber. 

05.07.2018
Stephan Ures 05.07.2018
Sabine Nitschke 04.07.2018