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Neumünster Rückhalt für FDP-Kandidatin Aygül Kilic
Region Neumünster Rückhalt für FDP-Kandidatin Aygül Kilic
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09:00 04.04.2018
Von Frida Kammerer
Foto: Das Wahlplakat der Kommunalwahl-Kandidatin Aygül Kilic (FDP, Wahlkreis Neumünster-Vicelin). Im Internet gab es Aufregung, weil sie ein Kopftuch trägt.
Das Wahlplakat der Kommunalwahl-Kandidatin Aygül Kilic (FDP, Wahlkreis Neumünster-Vicelin). Im Internet gab es Aufregung, weil sie ein Kopftuch trägt. Quelle: Frida Kammerer
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Neumünster

Selbst die AFD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch äußerte sich auf Twitter: „Ich finde es toll, dass die #FDP einen so klaren Kurs fährt. Dann kann jeder sehen, wohin die wollen und bei der nächsten Wahl entscheiden, ob er da auch hin will.“ Von einem anderen Nutzer hieß es: „Neumünster... seid ihr noch zu retten? Stadt der Chancen für Muslime laut FDP? Was ist mit euch deutschen Schnarchnasen?“

Solche Aussagen, und auch weniger offensichtliche Anfeindungen, finden sich momentan in Verbindung mit dem Wahlplakat von Aygül Kilic (FDP) zur Kommunalwahl 2018 in Neumünster. „Die Kritik ist leider nicht inhaltlicher Natur, sondern richtet sich einzig und allein gegen die Kandidatur unserer Parteifreundin. Unter Fotos Ihres Wahlplakats finden sich zahlreiche Hasskommentare, die offensichtlich aus der rechten Szene stammen“, sagt Florian Mayer, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Liberalen in Schleswig-Holstein.

Geschmacklose Kommentare im Internet

„Was wir heute dazu an gehässigen und rechtsradikalen Kommentaren lesen konnten, ist an Geschmacklosigkeit kaum noch zu unterbieten“, ergänzt der FDP-Fraktionsvorsitzende in der Ratsversammlung, Reinhard Ruge.

Auch die SPD zeigt sich solidarisch mit der Kandidatin: „Wir weisen diese Unterstellung entschieden zurück! Es ist Ausdruck eines vielfältigen und toleranten Neumünsters, Kandidierende mit einem internationalen Hintergrund aufzustellen“, heißt es von den Jusos, der Jugendorganisation der SPD.

Aygül Kilic - Musterbeispiel für Integration

Auch Aminata Touré aus Neumünster, die frauen- und migrationspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, meldet sich zu Wort: „Frau Kilic‘ Kandidatur als Aufhänger für rechte Hetze im Netz zu missbrauchen, ist nicht nur total billig, sondern auch völlig haltlos. Sie ist in Neumünster als Migrationsmittlerin tätig und setzt sich dort für die Integration gerade türkischstämmiger Frauen ein.“

Die Jungen Liberalen sehen in Aygül Kilics Lebensgeschichte sogar ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Als städtische Angestellte arbeite sie in einer Kita und als verheiratete Frau habe sie nach der Ausbildung ihrer Kinder alle Schulabschlüsse nachgeholt. Ferner engagiere sie sich unter anderem am Runden Tisch für Integration und im Frauenrat.

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