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Neumünster Aktion in Neumünster: Kinderschutzbund hofft auf Spenden statt Böller
Region Neumünster

Spendenaktion vom Kinderschutzbund Neumünster: "Ihre Spende ist der Knaller"

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18:43 30.12.2021
Von Benjamin Steinhausen
Kinder und ihre Familien haben es in Zeiten von Corona schwer. Der Kinderschutzbund Neumünster will seine aufsuchende Arbeit intensivieren und hofft dafür auf Spenden.
Kinder und ihre Familien haben es in Zeiten von Corona schwer. Der Kinderschutzbund Neumünster will seine aufsuchende Arbeit intensivieren und hofft dafür auf Spenden. Quelle: Nicolas Armer/dpa
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Neumünster

Zum Ende des Jahres ruft der Kinderschutzbund Neumünster (DKSB Neumünster) noch einmal zum Spenden auf. Wegen des erneut bundesweit geltenden Verkaufsverbots von Feuerwerk bittet der DKSB unter dem Motto „Ihre Spende ist der Knaller“ mit dem gesparten Budget stattdessen seine Arbeit zu unterstützen. Die Initialzündung kam vom Teamleiter der Schatzkiste, Dirk Wende, und die Idee fand Anklang unter den Kollegen.

Idee für die Spendenaktion wurde kurzfristíg umgesetzt

„Ich war erst skeptisch, weil die Aktion sehr kurzfristig war in einer Zeit, in der viel Verwaltungsarbeit anliegt, aber ich kann bereits jetzt sagen, dass sie ein voller Erfolg ist“, sagt Geschäftsführer Andreas Böhm. Seit einer Woche gibt es die Möglichkeit, zu spenden. In einigen Apotheken und Geschäften in der Stadt machen Plakate samt QR-Code auf die Aktion aufmerksam und auf verschiedenen Kanälen im Internet ist die Aktion ebenfalls beworben. Schon jetzt haben etwa 20 Personen eine vierstellige Summe gespendet. Konkrete Zahlen kann Böhm noch nicht nennen, aber er ist schon jetzt begeistert von der Spendenbereitschaft.

Spenden statt Böller

In den Jahren vor der Covid-19-Pandemie haben die Deutschen laut Statista rund 130 Millionen Euro für Feuerwerk ausgegeben. Im vergangenen Jahr waren es wegen pandemiebedingten Einschränkungen nur noch 20 Millionen Euro. Ob das von der Regierung gewünschte Ziel mit dem Verkaufsverbot aufgeht, die Krankenhäuser über Silvester zu entlasten, bleibt abzuwarten, denn in benachbarten Ländern ist der Kauf von Feuerwerk möglich. Außerdem: „Das Zünden von legalen Böllern und Raketen ist grundsätzlich erlaubt“, so Stadtsprecher Stephan Beitz. Die Aktion „Spende statt Böller“-Aktion läuft noch bis Mitte Januar. Infos dazu gibt es auf der Internetseite des Kinderschutzbundes www.dksb-nms.de. Ansonsten ist das Spendenkonto bei der Sparkasse Südholstein mit der IBAN: DE89 2305 1030 0022 0020 66 und der BIC: NOLADE21SHO.

Kinderschutzbund braucht einen neuen Kleinbus

Der Kinderschutzbund hat zwei Projekte ausgeschrieben, für die 50.000 Euro notwendig sind. „Zum einen brauchen wir einen neuen Kleinbus, weil unsere zwei Fahrzeuge viel zu alt sind. Außerdem möchten wir unsere aufsuchende Arbeit weiter ausbauen und brauchen dafür dringend finanzielle Mittel. Mir ist klar, dass wir mit dieser Spendenaktion nicht die gesamte Summe zusammenbekommen, aber jede zusätzliche Summe ist eine große Hilfe“, erzählt der Geschäftsführer weiter.

Andreas Böhm, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes Neumünster, ruft zum Jahresende auf, das gesparte Feuerwerks-Budget zu spenden und die wichtige Arbeit zu unterstützen. Quelle: Benjamin Steinhausen

Auf das bundesweite Verkaufsverbot von Feuerwerk blickt Andreas Böhm zwiegespalten. „Ich verstehe die Tradition, die auch ein Stück zu unserer Kultur gehört. Als Kind habe ich mich natürlich auch auf das Böllern gefreut. Aber es hat sich ein Riesenkommerz entwickelt, der nicht mehr zeitgemäß ist, die Umwelt, das Klima und das Tierwohl belastet. Zudem hinterlassen viele Menschen Unmengen Müll auf den Straßen, für den sie sich nicht mehr verantwortlich fühlen“, meint Böhm weiter.

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Nun öffne sich mit dieser Spendenaktion eine Alternative, eigenverantwortlich mehr an seinen Nächsten zu denken und im besten Fall auch darüber zu sprechen. „Die Menschen können etwas Gutes zu tun, sich an unserer guten Arbeit beteiligen und mit Stolz darauf blicken, wenn sie geholfen haben, ein Projekt zu realisieren. Wenn sie mit anderen darüber sprechen, könnte das ein Multiplikator sein, der weitere Menschen anspornt, wichtige Arbeit in unserer Stadt für die Menschen zu unterstützen, die hier leben“, betont Andreas Böhm weiter und hofft auf viele Nachahmer.

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